Lange& Köppen: Daten zur Biologie und Ökologie einer Mäusebussardpopulation
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Tab. 5: Jährliche Anzahlen von Rückmeldungen und Rückmelderaten der im UG Fehrbellin 2010 bis 2020 nestjung beringten Mäusebussarde( n= 317)( Stichtag der WF- Erfassung 31.8.2021).
Annual numbers of returns and return data of buzzards ringed as nestlings in the Fehrbellin UG from 2010 to 2020( n= 317)( deadline for WF recording 31 August 2021).
Jahr
Individuen nestjung markiert
Anzahl Wiederfundjahre
Individuen insgesamt
Individuen 2.Kal.
zurückgemeldet
jahr erreicht
n
n
n
%
n
%
2010
42
10
8
19,0
6
14,3
2011
26
9
1
3,8
1
3,8
2012
14
8
1
7,1
1
7,1
2013
18
7
3
16,7
3
16,7
2014
54
6
18
33,3
13
24,1
2015
45
5
2
4,4
1
2,2
2016
20
4
0
0,0
0
0,0
2017
12
3
3
25,0
3
25,0
2018
32
2
3
9,4
3
9,4
2019
22
1
0
0,0
0
0,0
2020
37
0
0
0,0
0
0,0
Rückmeldungen, die sich aus 89 Kontrollen lebender Vögel( Ablesungen aus der Ferne) und 27 tot oder krank gefundenen Vögeln zusammensetzen.
Während die Lebendnachweise mit zwei Ausnahmen alle innerhalb des UG Fehrbellin an dort markierten Bussarden durch gezielte Kontrollen gewonnen worden waren, betreffen nur 12 der insgesamt 27 Totfunde Ringvögel, die im UG Fehrbellin markiert worden waren. Der Rest stammt von außerhalb des UG Fehrbellin im Kreis OPR beringten Vögeln. Eine Zusammenschau der geografischen Wiederfundorte der Ringvögel aller genannten Kategorien zeigt eine ziemlich strikt nach WSW gerichtete Abwanderung sowohl der im UG Fehrbellin als auch der an anderen Orten im Kreis OPR markierten Bussarde( Abb. 11).
Die weitesten nachgewiesenen Wanderungen der im UG geborenen Mäusebussarde führten über 324, 320, 229 und 156km in westliche Richtungen bis nach Niedersachsen , Nordrhein- Westfalen und Sachsen- Anhalt , weitere Funde zwischen 58 und 98 km Entfernung streuten zwischen Nordnordwest und Südwest- Richtungen. Die durch einen Totfund im Monat Juni nachgewiesene Abwanderung eines Ringvogels in NE- Richtung könnte auf eine Brutansiedlung in der Uckermark zurückgehen.
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Diskussion
Eine Geschlechtszuordnung nach den beschriebenen Kriterien wurde bei 50 von insgesamt 83 in den Jahren 2014 und 2015 als Nestling beringten Jungvögeln vorgenommen. Davon wurden 31 als Männchen, 19 als Weibchen bestimmt. Sieben dieser Vögel konnten in späteren Jahren verpaart am Nest beobachtet werden, wobei sich anhand der Kopulationsposition bzw. des Größenunterschieds der Geschlechter das im Nestlingsalter eingeschätzte Geschlecht bei allen Vögeln bestätigte. Zwecks Verifizierung dieser Methode sollen in den Folgejahren weitere Messungen an den Nestlingen vorgenommen werden.
Bei Hochrechnung der im UG Fehrbellin gefundenen mittleren Siedlungsdichte( knapp 6 BP/ 10 km²) auf das übliche Vergleichsflächenmaß von 100 km² ergibt sich ein Wert von knapp 60. Diese Hochrechnung ist für Vergleiche nur bedingt geeignet, da die meisten publizierten Daten zur Siedlungsdichte des Mäusebussards auf viel größeren Kontrollflächen gewonnen wurden, auf denen zwangsläufig mehr oder minder große Landschaftsteile von der Art nicht besiedelbar sind ( vgl. MAMMEN& THÜMMLER 2018).