Heft 
(2024) 31
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Lange& Köppen: Daten zur Biologie und Ökologie einer Mäusebussardpopulation

Die im UG Fehrbellin gefundene mittlere Sied­lungsdichte des Mäusebussards über einen Zeit­raum von zehn Jahren gehört somit sicher zu den höchsten in Brandenburg überhaupt. Ur­sächlich dürfte dies mit der Landschaftsstruktur im UG Fehrbellin und vergleichbaren Gebieten zusammenhängen, in der große, hochproduktive Nahrungsflächen mit einem mosaikartig engma­schigen Angebot von gut geeigneten Nistplätzen vollständig als Jagdreviere für Mäusebussardpaare erschließbar sind. Die sehr starken Schwankun­gen der jährlich registrierten Brutpaarzahlen ist nach Befunden aus anderen Gebieten nichts Un­gewöhnliches. In einer Übersicht zu brandenbur­gischen Kontrollflächen bei HAUPT( 2001) finden sich ähnliche jährliche Schwankungsbreiten, z. T. auch bis zu 50% wie im UG Fehrbellin.

Mit Brutgrößen zwischen 1,6 und 2,87( Mit­telwert: 2,38) und jährlichen Fortpflanzungs­ziffern zwischen 0,2 und 2,52( Mittel: 1,87) schwankte auch die Reproduktion von Jahr zu Jahr sehr stark. Ein Phänomen, das auch in anderen Untersuchungen beobachtet worden ist, wobei in ähnlichen Zeiträumen in Berlin eine mittlere BRGR von 2,1 gefunden wurde( DIETRICH& OTTO 2011), in Vorpommern von 2,0( FRANKE& FRAN­KE 2006) und im Saalkreis ( Sachsen- Anhalt ) von 2,1( SCHÖNBRODT& TAUCHNITZ 1991). Die von HAUPT( 2001) zusammengestellten Mittelwerte aus 16 brandenburgischen Kontrollflächen errei­chen bzw. übertreffen nur im Fall einer Langzeit­untersuchung bei Rathenow mit BRGR 2,33 und FPFZ 2,16 die im UG Fehrbellin gefundenen Wer­te( Tab. 6). Trotz starker jahrweiser Schwankungen ist die Reproduktionsleistung der Mäusebussard­population im UG Fehrbellin somit generell als sehr hoch einzuschätzen.

Sowohl die Brutbestandsgrößen des Mäuse­bussards als auch seine Reproduktionsleistung hängen vom Nahrungsangebot, insbesondere vom Vorkommen der Hauptbeuteart Feldmaus ab und sind damit Schwankungen unterworfen ( MEBS 1964, KOSTRZEWA et al. 2001). Auch im UG Fehrbellin deuten sich angesichts der( gro­ben) Schätzungen zur Größe der jährlichen Feld­mauspopulationen solche Zusammenhänge an. Die jahrspezifisch sehr unterschiedlichen Repro­duktionsleistungen der Paare, die zu Beginn der Saison jeweils ein Revier besetzten, lassen aller­

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dings vermuten, dass die Ursachen komplexer sind. Dass in den Gunstjahren 2011, 2014 und 2015 mit den größten Brutbeständen, also offenbar günstigen Bedingungen zur Zeit der Revierbeset­zung, nur 57,1, 66,66 und 57,5% der Revierpaare den Status BPm erreichten, mag vordergründig an höherer Nahrungskonkurrenz bei hohen Populati­onsdichten liegen. Hintergrund könnte aber auch eine jahrspezifisch unterschiedliche bzw. sich im Laufe der Saison verringernde Verfügbarkeit der Hauptbeuteart sein, wobei das Nutzungsregime der Grünlandflächen eine wichtige Rolle spielen dürfte. Ob die Grasmahd überhaupt stattfindet und ggf. die Zeitpunkte des ersten und ggf. weiterer Schnitte beeinflussen die Nahrungsverfügbarkeit für die Mäusebussarde im UG Fehrbellin sicher entscheidend, denn im dichten Grasbewuchs ist die Beute ungleich schwieriger zu erlangen als auf kurzrasigem Grund. Die Nutzungsintensität der Flächen war im Untersuchungszeitraum sehr unterschiedlich. In den folgenden Jahren soll sie detailliert erfasst werden, um Zusammenhänge zwischen Flächennutzung und Entwicklung der Mäusebussardpopulation aufzudecken.

Eine Quantifizierung der Gebietstreue der Mäusebussarde anhand von entsprechenden Raten ( vgl. ULBRICHT 1985) als Maß für die Bedeutung von Zu- und Abwanderung für die Brutbestandsent­wicklung des Mäusebussards im UG Fehrbellin ist aufgrund der noch geringen Zahlen hier markierter Individuen, des noch relativ kurzen Wiederfund­zeitraums und schließlich auch aufgrund der sehr aufwändigen und schwierigen Identifizierung mar­kierter Individuen im Felde noch nicht möglich. Immerhin konnte für drei Vögel Geburtsgebiet­streue festgestellt werden, d. h. drei hier nestjung markierte siedelten sich im UG an, und für drei hier markierte Altvögel wurde Brutgebietstreue über mehrere Jahre festgestellt. Bis auf wenige Aus­nahmen wurden alle im UG außerhalb der Brutzeit markierten Bussarde in späteren Jahren wieder im Gebiet nachgewiesen( Tab. 3). Insgesamt darf ein hoher Grad von Gebietstreue der Brutvögel wie auch der daneben im Jahreslauf im UG anzutreffen­den Mäusebussarde angenommen werden. Einen eindrucksvollen individuellen Befund dazu liefert ein im Jahr 2004 im späteren UG Fehrbellin als im­matures Weibchen mit Metallring markierter Vogel, der im 1. Quartal 2011 gefangen und mit einem