Heft 
(2024) 31
Seite
115
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Möckel: Die Brutvogelfauna von zwei Photovoltaik- Freiflächenanlagen

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Wissenschaftlicher Name

Tab. 1: Brutvögel der Kontrollfläche bei Luckau ( PV- FFA Cahnsdorf) in den Jahren 2014( Null- Monitoring), 2019, 2021 und 2023.

Breeding birds in the control area near Luckau ( PV- FFA Cahnsdorf) in 2014( zero monitoring), 2019, 2021 and 2023.

Vogelart

Deutscher Name

Anzahl Reviere in den Jahren...

2014

2019

2021

2023

Neuntöter

Heidelerche

Lanius collurio

1

2

2

1

Lullula arborea

1

11

18

15

Feldlerche

Alauda arvensis

12

7

5

0

Dorngrasmücke

Sylvia communis

0

0

1

0

Amsel

Turdus merula

0

1

1

4

Hausrotschwanz

Phoenicurus ochruros

0

6

3

5

Braunkehlchen

Saxicola rubetra

7

0

0

0

Schwarzkehlchen

Saxicola rubicola

2

1

0

0

Bachstelze

Baumpieper

Motacilla alba

0

6

5

5

Anthus trivialis

0

1

2

2

Bluthänfling

Linaria cannabina

0

4

5

2

Emberiza calandra

6

5

6

1

Emberiza citrinella 13 Arten

0

8

11

14

29

52

59

49

Grauammer Goldammer

Summe

cke, Schwarzkehlchen und Baumpieper. Letzterer nutzte, wie auch der Neuntöter, gern die Umzäu­nung als Ansitzwarte. Beide nisteten nicht im In­neren der Solarfelder.

Für acht Vogelarten gab es zahlreiche Hin­weise, dass sie im Inneren der mit Solarmodulen bestellten Areale der Kontrollfläche brüteten( bis auf den Bluthänfling mehrfach futtertragende Alt­vögel). Am häufigsten war die Heidelerche( elf bis 18 Reviere, Abb. 8). Es folgten die Goldammer mit acht bis 14 Revieren( Abb. 9), die Bachstelze mit fünf bis sechs( Abb. 10) und der Hausrotschwanz mit drei bis sechs( Abb. 11). Zu den selteneren Brutvögeln zählten der Bluthänfling mit zwei bis fünf Revieren( Abb. 9) und die Amsel mit ein bis vier( Abb. 9). Letztere wurde erstmals im Jahr 2023 zwischen den Solarmodulen als Brutvogel bestätigt, während die Feldlerche zuletzt fehlte ( Abb. 7) und sich der Bestand der Grauammer auf ein Revier reduzierte( Abb. 12).

Im Jahr 2023 überwogen im Inneren der So­larfelder mit Heidelerche und Goldammer die Bodenbrüter( zwei Arten, zusammen 28 Reviere), gefolgt von den Nischenbrütern Bachstelze und Hausrotschwanz( zwei Arten, zehn Reviere). Blut­hänfling und Amsel( zwei Arten, fünf Reviere) be­vorzugten niedrige, dichte Büsche und Bäumchen

anpas­

als Neststandorte, sind diesbezüglich aber sungsfähig. Im Solarpark wurden die Nester wohl auf dem Gestänge unter den Solarpaneelen errich­tet. Obligatorischen Gebüsch- und Höhlenbrütern fehlt es in den Solarfeldern an arttypischen Nist­plätzen, womit ihr Ausbleiben zu erklären ist.

Das Grasland im Inneren der Solarfelder hat sich in den letzten Jahren augenscheinlich kaum verändert. Durch die Beweidung mit Schafen kam es allerdings infolge Eutrophierung zu einer Zu­nahme des Aufwuchses der Brennnessel( Abb. 13).

Drei Vogelarten in vier Paaren besetzten im Frühjahr 2023 Reviere im unmittelbaren Umfeld der mit Solarmodulen bestellten Areale der Kont­rollfläche und damit auf dem armen Grünland des früheren Flugplatzes. Gefunden wurde hier der Baumpieper mit zwei Revieren( Abb. 11), gefolgt von Neuntöter und Grauammer mit je einem Re­vier( Abb. 10, 12).

Die Feldlerche( zwei Jahr zuvor noch fünf Re­viere) fehlte im Frühjahr 2023 komplett( Abb. 7), gegenüber den Vorjahren auch Schwarzkehlchen ( Abb. 12) und Dorngrasmücke( Abb. 8). Am Zu­stand des Graslandes mit seinen wenigen Büschen hat sich in diesen Jahren augenscheinlich nichts geändert.