Heft 
(2024) 31
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Abb. 6: Relativ niedrige Solarmodulreihen auf Stän­derfundamenten bestimmen die PV- FFA bei Guben , 24.06.2020. Foto: R. Möckel.

Relatively low solar modules on pillar foundations in rows define the PV- FFA near Guben , 24.06.2020.

Gehölze unterbunden. Dazu werden die Gassen einmal im Herbst gemäht. Im Juni wird mit dem Freischneider nur der Bewuchs unmittelbar vor den Solarmodulen entfernt.

Die frühere Deponiezufahrt blieb als unbefes­tigter Sandweg erhalten. Zum Schutz gegen Dieb­stahl ist die PV- FFA eingezäunt. Auf Grund der gegebenen Standortparameter besteht der eigent­liche Solarpark aus 200m langen Modulreihen, beginnend am Eingangstor. Diese grenzt im Osten an die flächige Bebauung an.

Das Umland ist überwiegend bewaldet, wo­bei Kiefernforste mit einem geringen Anteil an Robinie, Espe und Birke vorherrschen. Es domi­nieren mittelalte Bestände. Lediglich nach Westen schließt sich ein Acker an, auf dem im Jahr der Ersterfassung Winterraps , im Frühjahr 2020 Win­terroggen angebaut wurde.

3 Methodik

Die Durchführung der Brutvogelkartierungen orientierte sich an den Vorgaben in SÜDBECK et al.( 2005). In der Zeit der höchsten Gesangsak­tivität( Morgenstunden) wurden die Kontroll­flächen jeweils zweimal im April und Mai sowie einmal im Juni begangen. Im Juni und Anfang Juli erfolgten zudem in der Abenddämmerung gezielte Erfassungen nachtaktiver Vogelarten. Kartiert wurde nur bei passendem Wetter( kein Niederschlag, fehlender Wind). Das Innere der umzäunten Solarparke war nur bei Guben zu­

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gänglich. Um ausbleibende Nestfunde auszuglei­chen, wurde verstärkt auf futtertragende Altvögel geachtet.

Alle auf der Kontrollfläche angetroffenen Vogelarten( Brutvögel, Nahrungsgäste) wurden im Gelände in eine Tageskarte( Luftbild) ein­getragen und im Rahmen der Auswertung die audiovisuell erzielten Ergebnisse der einzelnen Tage in Artkarten übernommen. Dort wurden die Nachweise, die sich auf Grund ihrer Anord­nung einem Brutpaar zuordnen ließen, umrandet ( Papierreviere). Deren geografischer Mittelpunkt wurde als das Revierzentrum des jeweiligen Paa­res definiert.

Auf der Kontrollfläche bei Luckau erfolgte die erste Brutvogelkartierung im Frühjahr 2014 durch Katharina Illig und Peter Schonert aus Luckau , die Erfassungen in den Jahren 2019, 2021 und 2023 durch den Verfasser. Die Kontrollfläche bei Guben wurde erstmals im Frühjahr 2013 bearbeitet. Die Untersuchung nach Errichtung der PV- FFA erfolg­te im Frühjahr 2020, in beiden Fällen durch den Verfasser.

Die wissenschaftlichen Namen der Vögel sind den Tabellen 1 bis 3 zu entnehmen( Nomenklatur nach BARTHEL& KRÜGER 2019). Findet der jewei­lige Vertreter dort keine Aufnahme, erscheint er im Text.

4

Ergebnisse

4.1 Vögel in der Photovoltaik­

Freiflächenanlage Cahnsdorf bei Luckau 4.1.1 Brutvögel

Vor der Errichtung der PV- FFA brüteten auf dem früheren Flugplatz sechs Vogelarten. Dominant war die Feldlerche mit zwölf Revieren, gefolgt vom Braunkehlchen mit sieben und der Grauammer mit sechs. Dazu kamen zwei Reviere des Schwarz­kehlchens und eins der Heidelerche. Als Rand­siedler war der Neuntöter vertreten( insgesamt 29 Brutreviere, Tab. 1).

Nach Errichtung der PV- FFA setzte sich die Brutvogelfauna aus bis zu zwölf Arten zusammen. Insgesamt waren es 49 bis 59 Reviere( Tab. 1). Das Braunkehlchen hatte die Fläche verlassen ( Abb. 7). Neu hinzu kamen die Arten Amsel, Hausrotschwanz, Bachstelze, Bluthänfling und Goldammer sowie als Randsiedler Dorngrasmü­