Möckel: Die Brutvogelfauna von zwei Photovoltaik- Freiflächenanlagen
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Tab. 3: Brutvögel der Kontrollfläche bei Guben ( PV - FFA Bresinchen) in den Jahren 2013( Null- Monitoring) und 2020. Breeding birds in the control area near Guben ( PV - FFA Bresinchen) in 2013( zero monitoring) and 2020.
Vogelart
Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
Anzahl Reviere in den Jahren...
2013
2020
Heidelerche
3
5
Feldlerche
Alauda arvensis
3
0
Dorngrasmücke
Sylvia communis
0
2
Braunkehlchen
Saxicola rubetra
3
0
Baumpieper
Anthus trivialis
3
1
Bluthänfling
Goldammer Summe
Linaria cannabina Emberiza citrinella 7 Arten
1
0
4
6
17
14
Nach Errichtung der PV- FFA setzte sich die Brutvogelfauna nur noch aus vier Arten zusammen ( Abb. 14). Insgesamt waren es noch 14 Reviere ( Tab. 3). Feldlerche, Braunkehlchen und Bluthänfling hatten die Fläche geräumt. Neu hinzu kam die Dorngrasmücke als Randsiedler. Die häufiger gewordene Goldammer nutzte gern die Umzäunung
-
als Ansitzwarte. Sie nistete- wie auch der Baumpieper nicht im Inneren des Solarparks. Dennoch war die PV - FFA Teil ihres Lebensraumes. Hier saßen die Vögel oft auf den Modulen und sangen. Das Innere des Solarparks wurde gemieden. Hier war lediglich die Heidelerche Brutvogel ( Abb. 14).
N
Legende °
Baumpieper Dorngrasmücke
O Goldammer
°
Heidelerche gezäunte PV- FFA Acker( Winterroggen) Kiefernforst
0
50
100
150
200 m- Weg
Abb. 14: Verteilung der Brutvögel in der PV - FFA Bresinchen bei Guben im Frühjahr 2020. Distribution of breeding birds in the PV - FFA Bresinchen near Guben in spring 2020.
4.2.2 Nahrungsgäste
Nach Errichtung der PV- FFA wurden hier Kolkrabe, Ringeltaube Columba palumbus , Eichelhäher Garrulus glandarius und Amsel als Nahrungsgäste im Solarpark angetroffen( Einzelvögel). Am 24.06.2020 jagten im Luftraum über der PV - FFA drei Mauersegler Apus apus und eine Rauchschwalbe. Mehrfach nutzte ein Mäusebussard den Zaun als Ansitzwarte. Nebelkrähe und Grünspecht Picus viridis überflogen das Areal lediglich.
5
Diskussion
Obwohl seit über 20 Jahren bundesweit viele PVFFA gebaut wurden und es bei zahlreichen Projekten ein nachgeschaltetes Monitoring gab( u. a. JESSEL& KULER 2006), sind zugängliche Dokumentationen, welche die Reaktion der Vogelwelt auf diese neuartigen Strukturen in unserer Kulturlandschaft objektiv bewerten, spärlich( ZAPLATA & STÖFER 2022, Peschel& PeschEL 2023). Insbesondere fehlen Vorher- Nachher- Studien. Um die Ergebnisse bei Luckau und Guben einzuordnen, werden diese mit anderen deutschen Solarparks verglichen.
TRÖLTZSCH& NEULING( 2013) erfassten im Inneren der untersuchten PV - FFA Finow und Lie berose hauptsächlich die auch bei Luckau und Guben angetroffenen Arten als Brutvögel. Dazu kamen Braunkehlchen, Steinschmätzer Oenanthe oenanthe und Brachpieper Anthus campestris. Die Heidelerche- ein Bodenbrüter in lichten Kiefernwäldern auf sandigem Standort- besiedelte in diesen Solarparks die kargen Grasfluren. Die Zunahme an Singwarten( Zäune, Solarmodule) dürfte