Möckel: Die Brutvogelfauna von zwei Photovoltaik- Freiflächenanlagen
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Abb. 15: PV - FFA mit geringen Reihenabständen verändern den Lebensraum der Vögel gravierend; hier bei Vet schau , 27.04.2024. Foto: R. Möckel.
PV- FFA with narrow row spacing severely changes birds' habitats; here near Vetschau , 27 April 2024.
Die Untersuchung 2023 belegte dann jedoch einen Rückgang auf ein Revier. Möglicherweise trifft für diese Art ebenfalls die bei der Feldlerche aufgeführte Erklärung zu. Auch in MecklenburgVorpommern verließ die Art nach und nach das Innere einer PV- FFA und siedelte zuletzt nur noch an deren Peripherie( UMWELTPLAN 2011). In einem Solarpark auf dem Flugplatz Lönnewitz war der Brutbestand bis fünf Jahre nach der Errichtung der PV - FFA nahezu konstant. Er lag – bei einer Gassenbreite von 6 m- etwa doppelt so hoch wie vor der Bebauung( HENSEN et al. 2017). Ein Brutvorkommen der Grauammer fand auch WIESNER ( 2016) in einem Solarpark bei Freienhufen ( Gassenbreite 7 m). Positive Beispiele finden sich auch in PESCHEL& PESCHEL( 2023). Hier fehlen aber Angaben zur Gassenbreite.
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Die anziehende Wirkung von PV- FFA auf Bachstelze und Hausrotschwanz bestätigen LIEDER& LUMPE( 2011), TRÖLTZSCH& NEULING ( 2013), ZAPLATA& STÖFER( 2022) sowie PESCHEL& PESCHEL( 2023). Außerdem erwähnen sie gleichfalls regelmäßige Brutvorkommen der Goldammer in Solarparks, während der Neuntöter nur die Ränder derselben nutzt. In einem Solarpark auf dem Flugplatz Lönnewitz verdoppelte sich der Bestand des Schwarzkehlchens nach der Errichtung der PV - FFA innerhalb von fünf Jahren ( HENSEN et al. 2017).
Bislang kam es bei Luckau nicht zu einer dauerhaften Ansiedlung des Wiedehopfes, was sich möglicherweise durch Anbieten von Niströhren erreichen ließe. Auch in anderen PV- FFA wurde die Art angetroffen( TRÖLTZSCH& NEULING 2013, MÖCKEL& RADEN 2019, PESCHEL& PESCHEL 2023). Offenbar besitzt die Art keine Scheu über flächenhaft aufgestellten Solaranlagen.
gegen
Die bisherigen Ergebnisse beziehen sich überwiegend auf kleinflächige PV- FFA. Hier überlagern Randeffekte das Besiedlungsgeschehen. Aktuell entstehen zunehmend Solarparks auf Arealen von mehr als 100 ha Ausdehnung. Die Auswirkungen auf die Brutvogelfauna sollten dokumentiert werden. Dabei ist sauber zu trennen, ob die jeweilige Vogelart im eigentlichen Solarfeld oder in der unbebauten Randzone brütet. Nur so lassen sich Schlussfolgerungen für den Vogelschutz ableiten. Positive Erfahrungen bei der Ausgestaltung von PV - FFA( ZAPLATA& STÖFER 2022, PESCHEL& PESCHEL 2023) sind künftig vermehrt zu nutzen.
Dabei ist abzuwägen, ob hinsichtlich des Artenschutzes Integration oder Segregation die bessere Lösung ist. Eine entscheidende StellgröBe ist der Abstand der Modulreihen( PESCHEL& PESCHEL 2023). Breitere Gassen führen aber zu einer Verringerung der flächenbezogenen Stromproduktion und erreichen dennoch oft nicht das angestrebte Ziel. Ein Beispiel dafür ist die Feld