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interpretation durch Umsiedelungen von Kiebitzen infolge von Brutverlust innerhalb des Monats April nicht vermieden werden.
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Ergebnis
Zwischen 15.03. und 30.06.2024 haben 350 Personen insgesamt 2.900 Meldungen zu Kiebitzen mit Brutzeitcode auf ornitho.de eingetragen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit müssen die Datenpunkte einer Masterarbeit im Westhavelland unberückischtigt bleiben, weil sie auf engstem Raum in einem Zäunungsprojekt getätigt wurden( J. Lipinski). Ohne Berücksichtigung dieser Einträge beläuft sich der Umfang auf 2.600 Datensätze im Jahr 2024. Etwa ein Drittel der Datenpunkte wurde durch Mitarbeiter der Naturwacht erbracht. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2023 2.600 Meldungen erfasst, aber von 340 Personen. Für die Kompletterfassung der Messtischblätter meldeten sich 21 Personen für 56 Quadranten ( im Anhang 1, 2 separat gekennzeichnet). Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Daten von ornitho.de wurden in diesen Flächen 68 bis 92 Reviere festgestellt. 33 Quadranten beinhalteten vollständige Nullmeldungen, weil keine brutverdächtigen Kiebitze festgestellt wurden. Zusätzlich meldeten die Fachgruppen Templin , Angermün de und Potsdam eine Kompletterfassung ihrer ( Alt-) Kreise. Im Falle der Gruppen Templin und Angermünde kann aufgrund der großen Flächengröße von einer nahezu vollständigen Erfassung ausgegangen werden. Die Gruppe Potsdam erfasste durch eine hohe Teilnehmerzahl auch ausgewählte Flächen im angrenzenden Landkreis Potsdam- Mittelmark . Auf diese Weise gingen beim Autor zusätzliche 121 Quadranten als Anmeldung ein und werden formal als vollständig erfasst betrachtet. Für die Summe von 154 Quadranten liegt die Zahl der nachgewiesenen Reviere bei 257 bis 356. Die Zahl der negativ gemeldeten Quadranten erhöhte sich auf 90( entspricht 58% von 154, s. Anhang 1).
Für alle anderen 938 Quadranten lagen dem Autor keine Anmeldungen vor. In diesen wurden die Zufallsmeldungen von ornitho.de ausgewertet. Teilweise gab es dort etablierte Kiebitzerfassungen von Projekten, die keiner externen Anleitung bedurften( u. a. Nuthe - Nieplitz- Niederung, Spree
Otis 31( 2024)
wald, Malxe- Niederung, Untere Havelniederung, Unteres Odertal ). Diese Gebiete wurden nahezu vollständig erfasst, aber nicht auf Ebene der Rasterquadranten. Die Quadranten wurden daher wie zuvor ausgewertet, aber als unvollständig gewertet. In 763 Quadranten gab es keine Daten aus ornitho.de, die die Kriterien nach Brutzeitcode und Datum erfüllten. In den restlichen 175 Quadranten wurden insgesamt 659 bis 777 Reviere erfasst ( Anhang 2).
Werden alle Nachweise zusammengefasst, so wurden in 239 Messtischblatt- Quadranten insgesamt 916 bis 1.133 Reviere nachgewiesen( Abb. 2). 75 dieser Quadranten lagen vollständig außerhalb von SPA und beinhalteten 143 bis 180 Reviere.
Eine Gegenprüfung auf Erfassungslücken wurde mit den Daten der SPA- Zweiterfassung durchgeführt( RYSLAVY& PUTZE 2020, 2021). Die Daten der deutlich jüngeren Dritterfassung standen zum Zeitpunkt der Auswertung nicht vollständig als Geodatensatz zur Verfügung. Es wurde überprüft, ob Quadranten ohne Datenpunkte in 2024 zum Zeitpunkt der SPA- Zweiterfassung noch Kiebitzreviere enthielten. Dies traf zu für 48 Quadranten und 142 Reviere, verteilt auf 10 SPA. Es sind v. a. zu nennen die SPA Mittlere Havelniederung( 33 Reviere), Unteres Elbtal( 33 Reviere), Obere Havelniederung( 20 Reviere) und Rhin- Havelluch ( 20 Reviere)( Anhang 3). Im Fazit liegen von den 1.092 Messtischblatt- Quadranten im Land für 377 Quadranten Daten vor( Abb. 2). Daraus ergibt sich, dass für etwa 65% der Quadranten weder Nachweise noch sichere Nullmeldungen vorliegen („ Dunkelziffer").
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Diskussion
Die Analyse der Daten von ornitho.de hat gezeigt, dass durch den Aufruf der ABBO nicht signifikant mehr Melder und Melderinnen mehr Kiebitze erfasst haben als noch im Jahr zuvor. Zudem wurden beim Autor nur von drei Interessenten Papierkarten angefragt. Dies könnte darauf hindeuten, dass bereits viele Nutzer sensibilisiert sind, Kiebitznachweise in ornitho.de erfassen.
Das Ergebnis der Kartierung 2024 sind 916 bis 1.133 erfasste Reviere. Die Gegenprüfung mit der SPA- Zweiterfassung zeigte, dass es in mehreren SPA wahrscheinlich zu einer Untererfassung kam,