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Da die Zahlen für etwa alle 10 Jahre vorliegen, können sie testweise auf die Mitte der 2020er Jahre prognostiziert werden. Unter Annahme einer linearen Bestandentwicklung ergäbe sich ein rechnerischer Bestand von 1.000 bis 1.300 Revieren. Bei einer logarithmischen Entwicklung läge er hingegen bei 1.200 bis 1.550 Revieren.
Das Frühjahr 2024 bot ideale Wetterbedingungen, so dass sich die Kiebitze theoretisch flächig hätten verbreiten können( Abb. 3). Im Kontrast dazu werden im schwach besiedelten Branden burg bekanntermaßen manche Regionen von Ornithologen unterrepräsentiert und wenig Daten erfasst( z. B. Landkreis Prignitz). Es ist schwer zu sagen, wie groß die Erfassungslücken außerhalb der SPA waren. Es gibt im Land 601 Quadranten, die kein SPA beinhalten. Hiervon wurden nur in 75 Nachweise von Kiebitzen erbracht( mit 143 bis 180 Revieren). Für 26 weitere Quadranten wurden sichere Negativnachweise erbracht. Selbst unter
Otis 31( 2024)
der Berücksichtigung, dass viele Quadranten hohe Anteile an Wald-, See-, oder Siedlungsflächen beinhalten, bleibt eine Dunkelziffer von hunderten Quadranten, für die nicht sicher gesagt werden kann, ob und wie viele Kiebitze dort vorkommen ( 65% aller Quadranten enthielten keine Daten).
Wie in der Einleitung gezeigt wurde, ist die Zahl der Kiebitze innerhalb der SPA in den letzten Jahren konstant geblieben oder nur leicht gesunken( Tab. 1). Im Kontrast dazu stehen die stetig sinkenden Nachweise um 83% laut MhB( Ryslavy schriftl.). Eine Erklärung könnte sein, dass die Reviere in der„ Normallandschaft“ zurückgegangen sind. Die SPA machen„ nur“ 22% der Landesfläche aus und ergeben trotzdem über 90% der Nachweise von 2024. Bestandserfassungen aus der „ Normallandschaft“ sind daher hilfreich, um die Situation besser einschätzen zu können. Dankenswerterweise stellte Haupt( schriftl.) seine Zahlen zur Verfügung, die er im Altkreis Beeskow ge
Abb. 3: Das Frühjahr 2024 brachte für die Kiebitze ausreichend Regen. Dieses Nest im Havelländischen Luch thronte über der nassen Wiese( 21.04.2024). Foto: M. Horny.
Spring 2024 brought plenty of rain for the Northern Lapwing . This nest in the Havelländisches Luch was perched above the wet meadow( 21.04.2024).