Heft 
(2024) 31
Seite
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Reviere

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30

25

18

0

1965 1966

12

10

15

13

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18

28

27

3: 3

29

12

6

Otis 31( 2024)

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1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021

Abb. 4: Revieranzahl der Nachtigall im Park Sanssouci in ausgewählten Jahren von 1965 bis 2021. Quellen: 1965/66: GÜNTHER( 1983), 1994-1998: HÜBNER et al.( 2001), 1999, 2001, 2005, 2007 und 2008: M. Miethke in MÄDLOW& HERTEL( 2008) sowie von W. Mädlow per E- Mail übermittelt, 2003, 2010, 2015 und 2021: Fachgruppe Ornithologie Potsdam.

Number of territories of the Common Nightingale in Sanssouci Park in selected years from 1965 to 2021. Sources: 1965/66: GÜNTHER( 1983), 1994-1998: HÜBNER et al.( 2001), 1999, 2001, 2005, 2007 and 2008: M. Miethke in MÄDLOW& HERTEL( 2008) and transmitted by W. Mädlow by e- mail, 2003, 2010, 2015 and 2021: FG Ornithologie Potsdam.

2008 deutliche Bestandseinbrüche 2010 und 2015 zu verzeichnen waren. Die wenigsten Nachtigal­lenreviere im Park Sanssouci gab es 2015 mit nur sechs Paaren, woraufhin sich 2021 der Bestand mit 20 Paaren wieder normalisierte. Der Grund für den drastischen Rückgang kann nicht seriös benannt werden. Bekannt ist jedoch, dass im Park regelmäßig intensive Rodungsmaßnahmen von Sträuchern und Unterholz durchgeführt werden, was Auswirkungen auf die Wiederbesetzung von Revieren haben dürfte, da die Nachtigall sehr re­viertreu ist und eine Zerstörung etablierter Revie­re eine neue Brutplatzsuche erzwingt.

5 Diskussion

Interessant ist die Frage, wie Potsdam sich im Be­stands- Ranking mit anderen Städten positioniert. Vergleicht man die Potsdamer Revierdichten mit Kartierungen ähnlich großer Untersuchungsflä­chen, so zeigt sich, dass die Bestände in der Lan­deshauptstadt überdurchschnittlich hoch sind. Beispielsweise liegen sie um das Drei- bis vierfache über den Werten von Hildesheim , Braunschweig , Berlin- Treptow und Berlin- Pankow ( Tab. 6), wo eine ähnliche Flächengröße untersucht wurde. Die Potsdamer Werte von 7,6 bis 9,37 Rev./km² ähneln Ergebnissen kleinerer Erfassungsflächen ( z. B. Luckenwalde und Rathenow ), in denen er­fahrungsgemäß die Revierdichte aufgrund des geringeren Anteils nicht besiedelbarer Habitate

höher ist. Potsdam bietet demnach mit seinem hohen Anteil an Grünflächen und Parks sowie der Gewässernähe den Nachtigallen eine sehr gute Le­bensgrundlage.

Schon RYSLAVY et al.( 2011) benennen als Resultat der ADEBAR- Kartierung von 2005 bis 2009 das Messtischblatt 3644 Potsdam als das am dichtesten von der Nachtigall besiedelte Gebiet in Brandenburg mit 356 gezählten Revieren. Die ak­tuellen Ergebnisse der Fachgruppe Ornithologie belegen diese Aussage eindrucksvoll! Zufällig liegt ein Teil der kartierten Fläche unserer vier Zählun­gen in diesem Kartenblatt. Allein auf dieser Teil­fläche, die 20% der Gesamtfläche des genannten Messtischblattes beträgt, wurden 2021 durch die Fachgruppe 173 Reviere gezählt.

Von Abundanzwerten auf kleineren Teilflä­chen, die den Potsdamer Werten sehr ähnlich sind, berichten auch FISCHER& LIPPERT( 1989), die 1984 die Ost- Berliner Parkanlagen untersuch­ten. Sie bestimmten für diese Parks eine Bestands­dichte von 2,1 Rev./10 ha, vergleichbar mit den Potsdamer Spitzenwerten von Hermannswerder 2003( 2,40) und 2021( 2,13) sowie dem Golmer Luch 2021( 1,97). Besonders hoch ist die Nach­tigallendichte demnach im Treptower Park, was auch KIPPER( 2022) zu ihrer langjährigen Unter­suchungsreihe in diesem Areal veranlasste. KIPPER( 2022) beschreibt aus 20jähriger Berufs­erfahrung die Lieblingsbrutplätze der Nachtigall folgendermaßen: