Heft 
(2024) 31
Seite
154
Einzelbild herunterladen

154

Nisthilfen für Turmfalken. Ehrenamtlich war er Gründungsmitglied und Leiter der Fachgrup­pe Ornithologie und Vogelschutz Belzig und in diesem damaligen Landkreis auch Kreis- Natur­schutzbeauftragter. Die damit zusammenhän­genden Kontakte u. a. zu Dr. Heinz Litzbarski() und der damaligen Naturschutzstation Buckow führten unmittelbar nach der politischen Wende 1990 zum Aufbau der Naturschutzstation Baitz, die 1991 Teil des Landesumweltamtes Branden­burg wurde. Durch die unglaubliche Fleiẞarbeit gemeinsam mit Doris Block( s. Otis 2023) beim Erwerb von Flächen für den Großẞtrappenschutz ist heute nahezu das gesamte Kerngebiet der Bel­ziger Landschaftswiesen mit einer Fläche von fast 1.300 ha im Landeseigentum und wird durch die verbündeten Landwirte extensiv bewirtschaftet. Das gut gemanagte Gebiet zählt zu den letzten drei Groẞtrappengebieten in Deutschland . Über­all dort, wo es keine Schutzmaßnahmen gab, ist die Art ausgestorben. Nicht zuletzt ist auch der Steinkauzschutz in der Region mit dem Namen Norbert Eschholz verbunden. Mittlerweile bil­den die unter seiner Ägide betreuten Brutpaare mit dem Bestand des benachbarten Projektes in der Nuthe - Nieplitz- Niederung eine gemeinsame Population- die einzige im Land Brandenburg .

Die Groẞtrappen und Steinkäuze werden Nor­bert Eschholz nicht loslassen. Er bleibt als Vor­standsmitglied im Förderverein Großtrappenschutz e. V. aktiv und wird sich auch weiter im praktischen Vogelschutz engagieren! Dafür wünschen wir Ge­sundheit sowie viel Freude und Erfolg!

Die Nachfolge als Leiter unserer Außenstelle Baitz trat Janosch Becker an, der seit September 2021 Zeit hatte, alle Aufgaben kennenzulernen und bereits neue Akzente setzte( s. Otis 2023). Die Nachfolgerin auf seiner bisherigen Stelle, der zwei­ten am Standort Baitz , befindet sich gerade in der Einarbeitungsphase.

Nachdem wir uns im letzten Heft der Otis von Martin Horny verabschiedet haben, konnte seine Stelle nach einem dreiviertel Jahr Leerstand wieder­besetzt werden. Unsere neue Mitarbeiterin Doreen Strüber hat viele Jahre in der Landwirtschaft gear­beitet und ist nicht nur in dieser Hinsicht fit, son­dern kennt auch schon aus der bisherigen Arbeit fast alle Landwirte im EU- Vogelschutzgebiet( SPA) bzw. NSG Havelländisches Luch" gute Voraus­

-

Otis 31( 2024)

setzungen für die Betreuung des Schutzgebietes und das Management der Landnutzung dort- ihre Hauptaufgabe in der Vogelschutzwarte. Mit erfreu­licher Energie hat sie sich nun beim Naturschutz in der Agrarlandschaft mit seinen vielen teils kompli­zierten Sachverhalten eingearbeitet und an Stellen aufgeräumt, wo in den letzten Jahren schlicht die Kapazitäten fehlten. Parallel erwirbt sie mehr und mehr Artenkenntnis in Fauna und Flora. Auf weitere gute Zusammenarbeit in den kommenden Jahren!

Als sogenannter Werkstudent hilft seit Mai 2024 Alec Petri in der Vogelschutzwarte bei der Da­tenhaltung und-pflege. Trotz seines jungen Alters ist er in der Berlin - Brandenburgischen Ornitholo­gen- Szene kein Unbekannter, hat mit Beobachtun­gen von allerlei Seltenheiten auf sich aufmerksam gemacht( was ihm inzwischen nicht mehr ganz so wichtig ist) und arbeitet in der kleinen Gruppe von Enthusiasten, die sich dem akustischen Monitoring mit modernen Methoden verschrieben haben. Wir freuen uns, unseren ehemaligen BuFDi " wieder zeitweise an Bord zu haben!

Seit dem März 2024 droht Deutschland und damit auch Brandenburg ein Vertragsverletzungs­verfahren der EU- Kommission wegen mangel­hafter Umsetzung der EU - Vogelschutzrichtlinie ( https://www.nabu.de/news/2024/03/34699.html). Dazu gehören u. a. Defizite bei der Managementpla­nung und der Umsetzung von Maßnahmen in den EU - Vogelschutzgebieten. Dies hat zur Ausschrei­bung von vier neuen Stellen im Landesamt für Um­welt geführt, gleichmäßig verteilt auf die Referate N2( Umsetzung NATURA 2000 ) und N4( Arten­schutzvollzug), dem die Vogelschutzwarte angehört. Zumindest zwei dieser vier Stellen wurden besetzt. Erstmalig seit langer Zeit wird damit eine personel­le Stärkung der Staatlichen Vogelschutzwarte erfol­gen. Die Stellen sind allerdings zunächst auf zwei Jahre befristet.

Das Nutzen von Synergien haben wir in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten zur Genüge erprobt und mit einer Vielzahl von Verbündeten immer wieder praktiziert. Daher ist zu erwarten, dass sich der neue Arbeitsschwerpunkt mit den übrigen Aufgaben der Vogelschutzwarte gut ver­knüpfen lässt, so dass auch kapazitätsbedingte Lücken an anderen Stellen teilweise geschlossen werden können.