Heft 
(2024) 31
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Aktuelles aus der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg

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Seit vielen Jahren werden an der Vogelschutzwarte, ihren Außenstellen und Vorgängereinrichtungen auch studentische Arbeiten betreut und unter­stützt. Dies betraf früher vor allem Diplomarbeiten, heute Bachelor- und Masterarbeiten sowie zu allen Zeiten Studienjahres- und vergleichbare Arbeiten. Unterstützung erfolgte zudem bei mindestens acht Dissertationen. Mindestens bedeutet hier, dass kleinere Unterstützung auch bei weiteren Arbeiten erfolgte. Ein Themenkatalog aktueller Fragestellun­gen wird seit vielen Jahren in der Vogelschutzwarte fortgeschrieben und in universitären Einrichtungen verteilt. Natürlich erfordert die Betreuung solcher Arbeiten bis hin zur abschließenden Begutachtung Zeit, aber die Ergebnisse waren oft von enormer Wichtigkeit für die Arbeit der Vogelschutzwarte und beinhalteten Auswertungen, die neben dem täglichen Dienst kaum zu leisten gewesen wären. Die hundertste betreute Arbeit seit 1990 wurde von Juliane Schaefer bis zum erfolgreichen Abschluss bearbeitet: Vogelverluste an Windenergieanlagen: Auswertung der zentralen Funddatei für Deutsch­ land zur Phänologie der Verluste. Dies war gleich­zeitig die erste an der Technischen Universität Freiberg geschriebene Arbeit, die bei uns betreut wurde. Dass damit inzwischen schon 23 universi­

Abb. 2: Doreen Strüber bei einer Flächenkontrolle im NSG ,, Havelländisches Luch". Foto: W. Jaschke. Doreen Strüber during an inspection in the SPA and nature reserve ,, Havelländisches Luch".

täre Einrichtungen involviert sind, hat uns selbst überrascht. Eine Kurzfassung der Masterarbeit von Juliane Schäfer, der wir zu ihrem Abschluss gratulie­ren, findet sich in dieser Ausgabe der Otis.

Über anhaltende Defizite beim Wiesenbrüter­schutz in Brandenburg wurde in der letzten Otis berichtet. Der bestehende dringende Handlungsbe­darf( Abb. 3, 4) hat dazu geführt, dass nur knapp eineinhalb Jahre nach der Wiesenbrütertagung im Oktober 2022 dieser Artengruppe erneut eine Ver­anstaltung gewidmet wurde. Über den Workshop Wie kann Wiesenbrüterschutz in Brandenburg nachhaltig gelingen?" am 1. März 2024 wurde bereits ausführlich berichtet( LANGGEMACH& PAULUSCH 2022, Datierung ist Rückständen beim Erscheinen der Fachzeitschrift geschuldet). Der Workshop- Charakter war explizit darauf ausge­richtet, die im Land vorliegenden positiven, aber durchaus auch die negativen Erfahrungen zusam­menzuführen und mögliche Lösungswege aufzuzei­gen. Dies erfolgte in drei thematischen Gruppen, die alle vierzig Teilnehmer durchliefen: 1) Allgemeine Erfahrungen zum Wiesenbrüterschutz aus der Praxis, 2) Förderinstrumente für den Wiesenbrü­terschutz sowie 3) Prädation und Maßnahmen für die Verbesserung des Bruterfolges.