Heft 
(2018) 105
Seite
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»Aber was heißt fertig?« Möller 23 vermerkte Emilie Fontane unter dem 17. September 1883 den Eingang von 3000 Mark»Honorar f. ›Graf Petöfy‹ v. Stuttgart. Buchh.« im aushaltsbuch. 6 Nicht nur das geringe Echo, das Graf Petöfy beim Publikum fand, auch die Freund­schaft zu Emil Dominik dürfte für das weitere Verhältnis ­Fontanes zur DVA eine Belastung gewesen sein. Emil Dominik, der zu­nächst für den Verlag von Hallberger und die DVA gearbeitet hatte, grün­dete 1884 in Berlin mit der Deutschen Illustrierten Zeitung ein ambitionier­tes Konkurrenz-Unternehmen zu der Zeitschrift Ueber Land und Meer. In den Jahren 1890/91 gab er die erste Gesamtausgabe der Werke Fontanes heraus, die sog. Dominik-Ausgabe. Nach dem frühen Tod Dominiks im Jahr 1896 knüpfte Fontane offenbar die Beziehungen mit der DVA wieder an. Am 16. Dezember 1896 bedankte sich Fontane für eine Büchersendung und kündigte die Mitteilung seiner Lektüre-Ergebnisse für einen späteren Zeitpunkt an. Namentlich genannt hat er Kismet von Johannes Richard zur Megede. An wen dieses Schreiben gerichtet war, ließ sich nicht ermitteln. Sicher war auch dieser Brief an einen Mitar­beiter der DVA gerichtet. Die Überlieferung lässt keinen anderen Schluss zu. Und in der DVA war Ende 1896 Megedes Kismet erschienen, zusammen mit Frühlingstage in St. Surin und Schloß Tombrovska. Der vierte und letzte Brief aus dieser Sammlung richtete sich vermut­lich an Ernst Schubert, den Redakteur der Zeitschrift Ueber Land und Meer, in der Fontanes letzter Roman erschien. 7 Fontane stellte den 15. Au­gust 1897 als Abgabetermin für das Manuskript in Aussicht. Diesen Ter­min hat er gehalten oder doch nicht wesent­lich überzogen. 8 [1.] Theodor Fontane an Emil Dominik(?), Berlin, 6. Juli 1880 eh. Br. m. U., 2 Bl. HBV: nicht verzeichnet E: Thon Kat. 12, 31. Januar 2004, Los 897, S. 64 H: Theodor-Fontane-Archiv C 381(Abb. 1) [1r] Berlin 6. Juli 80. Potsd. Str. 134. c. Hochgeehrter Herr und Freund. Es ist ein stiller Abend und ich benutze ihn, um Ihnen, event. auch einer höheren Stuttgarter oder Tutzinger Instanz, 9 ein paar Worte über die No­velle in spe zu sagen. Titel: Graf Petöfy. Graf Petöfy war F. m. L., 10 ist jetzt außer Dienst, 70, schöner alter Herr, tapfer, edel, Ungar from|[1v] top to toe und hat ein ­liking für die schönen Künste, besonders(dafür ist er Oestreicher und Wiener) fürs Theater. Er lebt auf großem Fuß, seine Schwester(Wittwe ohne Kin-