»Aber was heißt fertig?« Möller 25 der) macht die Honneurs des Hauses, ist fast ebenso alt wie er, gescheidt, vornehm, ganz Dame von Welt, in nichts kleinlich, stark katholisch, aber mehr aus aristokratischem als aus religiösem Gefühl. Es ist|[2r] anständig decidirt katholisch zu sein. In dieses Haus kommt eine junge Schauspielerin von 24, weder sehr tugendhaft noch das Gegentheil, Rollenfach: liebenswürdige Kokette. Sie ist eine Norddeutsche, aus einer kl: baltischen Seestadt, hübsch, graziös, witzig, fein und gut geartet. Beide Petöfys schwärmen für sie; eines schönen Tages erklärt er:»ich werde sie fragen, ob sie Gräfin Petöfy werden will«. Die Schwester ist vollkommen damit ein|[2v] verstanden. Jetzt erfolgt der Antrag. In diesem Kapitel liegt der Schwerpunkt, er sagt ihr in freier Sprache aber zart und gentlemännisch im Ausdruck: er verzichte nicht blos\persönlich/, er denke auch unängstlich über das was andren die Hauptsache sei. Sie geht in einem schönen Freimuth, der wie das Echo des seinigen ist, darauf ein und ist fest entschlossen seinem Edelmuth auch ihrerseits edelmüthig zu begegnen. Aber es kommen Gefahren, die sie nicht geahnt, und sie scheitert. Zuletzt sieht der Graf klar. Er ist er-|[2v, linker Rand] schüttert; was er mit Leichtigkeit tragen zu können glaubte, ist unertragbar für ihn geworden, weil er sie wirklich liebt. Und doch hat er’s so gewollt, und doch ist|[2r, linker Rand] nichs geschehen, woran er einen Vorwurf knüpfen könnte. Er begreift vollkommen die tragikomische Situation in die er sich durch sich selbst gestellt sieht, und als er fühlt,|[1v, linker Rand] daß ers nicht bezwingen kann, erschießt er sich. Sie ist erschüttert; die Schwester nimmt es vollkommen ruhig, und steigert die freundschaftl. Gefühle für ihre junge Schwägerin bis zum Enthusiasmus, als diese versichert, sich nicht|[1r, linker Rand, rechte Spalte] wiederverheirathen und verwittwete Gräfin Petöfy bleiben zu wollen.»Und nun fehlt nur Eines noch. Du wirst, denk ich, unsrer Kirche angehören. Ich habe mich nicht in dir getäuscht.« – So etwa.|[1r, linke Seite, linke Spalte] Spielt im ersten Drittel in Wien, im zweiten auf einem alten Schloß an der Theiß, im dritten wieder in Wien. Lassen Sie mich baldige gute|[1r, obere Kante] Nachricht haben, denn es ist möglich daß ich schon in 8 oder 10 Tagen reise. Es schwebt so vieles, das darüber entscheidet. Wie immer in vorzügl. Ergebung Th. Fontane.
Heft
(2018) 105
Seite
25
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