Heft 
(2018) 105
Seite
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»Aber was heißt fertig?« Möller 27 [3.] Theodor Fontane an(?), Berlin, 16. Dezember 1896 eh. Br. m. U., 2 Bl. HBV: nicht verzeichnet H: Theodor-Fontane-Archiv C 383 Berlin 16. Dezb. 96. Potsdamerstraße 134. c. Hochgeehrter Herr. Zu meinem Leidwesen(ich war krank) komme ich erst heute dazu, Ih­nen für die beiden Romane zu danken, die Ihre Güte mir zugehen ließ. In »Kismet« habe ich schon hineingekuckt, aber die Weihnachtstage lassen einen zu keiner ruhigen Lektüre kommen. Wenn das Fest zurückliegt, lese ich ordentlich und|[2v] hoffe Ihnen, bez. dem Herrn Verfasser dem ich binnen Jahresfrist eine Art Unterthänigkeitseid zu leisten haben werde das Beste sagen zu können. In vorzügl. Ergebenheit/ Th. Fontane. [4.] Theodor Fontane an(?), Berlin, 19. Mai 1897 eh. Br. m. U., 2 Bl. HBV: nicht verzeichnet H: Theodor-Fontane-Archiv C 384(Abb. 2) [1r] Berlin 19. Mai 97. Potsdamerstraße 134. c. Hochgeehrter Herr. Ergebensten Dank für Ihre gef. Zeilen vom 15. d. M. Die Sache liegt so: Fertig ist der Roman 13 seit Dezember vorigen Jahres. Aber was heißt fertig? Richtiger wäre die Wendung:»unfertig ist der Ro­man seit etc.« Das wirklich Fertigmachen ist die eigentliche Arbeit, größer als das Niederschreiben, bei dem einen[ über der Zeile eingefügt immer] noch der Trost begleitet:»ach, das findet|[2v] sich; nur zu.« Der Roman hat 42 Kapitel. Davon sind 34 durchkorrigirt und in ihrer Mehrzahl auch schon abgeschrieben. Bleiben noch 8. Das erscheint wenig, aber wenn das alles gethan ist(etwa in 4 Wochen) fängt die Sache von Neu­em an. Auch das Fertige ist nicht fertig. Die letzte Feile inclusive(wie Lindau mal sagte) der groben Raspel, mit der man schließlich über das zu Feine noch mal fortgehen muß kostet auch noch viel Zeit. So habe ich mir denn gedacht,|[1v] die Sache bis zum 15. August Ihnen vorzulegen. Ich hoffe, daß das noch paßt. Ist es aber zu spät, so bitte ich