Heft 
(2019) 107
Seite
133
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Fontane-Bibliographik im digitalen Zeitalter  Trilcke 133 Fontane-Bibliographik im digitalen Zeitalter. Bericht und quantitative Analysen zur Fortführung der Theodor Fontane Bibliographie Peer Trilcke I. Bericht Vorgeschichten Das in den vergangenen zwei Jahren vom Theodor-Fontane-Archiv in Zu­sammenarbeit mit Wolfgang Rasch wieder aufgenommene Projekt der wissenschaftlichen Theodor Fontane Bibliographik, also der systemati­schen Verzeichnung der Literatur und Medien von und über Fontane, steht auf den Schultern von Riesen. Im Grunde beginnen die bibliographischen Bemühungen um das Werk Theodor Fontanes bereits bei diesem selbst. So wissen wir, um ein besonders bemerkenswertes Beispiel zu nennen, dass Fontane ein recht systematisches, u.a. alphabetisch sortiertes Verzeichnis seiner Theaterrezensionen angelegt hat, 1 das Paul Schlenther noch für die erste Ausgabe der Theaterkritiken 1905 verwenden konnte, bevor es in Fol­ge der Auslagerung des Theodor-Fontane-Archivs am Ende des Zweiten Weltkriegs verloren ging und seitdem vermisst wird. Überhaupt sind es immer wieder Listen, die von der protobibliographischen Arbeit zeugen, die bereits Fontane selbst betrieb. An verschiedenen Orten in Fontanes Nachlass finden sich solche listenartigen Versuche, die darauf zielen, das eigene, insbesondere bei den unselbstständigen Schriften wie Gedichten oder journalistischen Texten zunehmend ausufernde Werk im Blick zu be­halten, etwa indem die Tagebücher nach Artikeln durchforstet werden eine Praxis, die auch im Zusammenhang mit der Wiederverwertung jener Stoff- und Textmengen steht, die Fontane permanent bewegte. Fortgesetzt wird das Auflisten und Verzeichnen in protobibliographi­scher Absicht unmittelbar nach Fontanes Tod, zunächst insbesondere von seinem Sohn Friedrich, der etwa Überblickslisten der Balladen erstellt 2 oder sich an einem Verzeichnis von so die Überschrift auf einem Blatt »Artikel[n] aus der Kreuz-Zeitung, die abzuschreiben sind«, versucht. 3 Ähnliche Verzeichnungsbemühungen hat der Redakteur Paul Dobert, des-