134 Fontane Blätter 107 Labor sen Rolle bei der frühen Erschließung des Fontane-Nachlasses noch immer zu wenig erforscht ist, unternommen, wie zum Beispiel ein gerade ob seiner Unübersichtlichkeit von der intensiven Recherche zeugendes, vermutlich von Dobert selbst beschriebenes Blatt aus der»Sammlung Dobert« zeigt, die im Theodor-Fontane-Archiv bewahrt wird(Abb. 1). Aus dieser Sammlung stammt auch das wohl eindrücklichste Zeugnis der frühen bibliographischen Arbeit zu Theodor Fontane, nämlich eine von Friedrich Fontane angelegte Kartei mit hunderten kleiner Kärtchen, die – so die Bezeichnung auf einer Art Deckblatt –»Arbeiten Th. F.‘s« erfasst und die eines der wenigen Erschließungs- und Findmittel aus der frühen Zeit des Nachlasses ist, das vom Krieg verschont geblieben ist. 4 Beziehen sich diese bibliographischen Arbeiten – wie auch die entsprechenden Listen in den primär allerdings auf die Handschriften bezogenen Bestandsverzeichnissen von Hermann Fricke 5 und, später, von Jutta Fürstenau 6 – auf die Erschließung und Verzeichnung der Primärliteratur von Theodor Fontane, so beginnt, ebenfalls bereits früh, zugleich die Dokumentation der Sekundärliteratur zu Fontane. Sammlungen von Zeitungsausschnitten mit Rezeptionszeugnissen erstellt schon Friedrich Fontane; das Theodor-Fontane-Archiv hat diese Sammlung nach seiner Gründung 1935 fortgesetzt. Auch auf dieser Grundlage konnten in der frühen Nachkriegszeit erste Meilensteine der Fontane-Bibliographik erarbeitet werden: 1962 erschien erstmals das vom damaligen Archivleiter, Joachim Schobeß, erstellte Bestandsverzeichnis Literatur von und über Fontane, das 1965 erneut, nun in einer stark vermehrten Auflage, publiziert wurde. 7 Nicht zuletzt auf der Grundlage von Joachim Schobeß haben zahlreiche Forscherinnen und Forscher der anschließenden Jahrzehnte Beiträge zur bibliographischen Forschung vorgelegt. 8 Auf diesen Vorarbeiten aufbauend, wurde im Umfeld des Fontane-Jubiläums 1998 das Projekt einer umfassenden Personalbibliographie erarbeitet und ab 1999 umgesetzt. Das Projekt ›Theodor Fontane Bibliographie‹ und seine digitale Fortsetzung Die Theodor Fontane Bibliographie wurde vom Oktober 1999 bis Juli 2005 in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt unter der Leitung von Ernst Osterkamp(Humboldt-Universität zu Berlin) und Hanna Delf von Wolzogen(Theodor-Fontane-Archiv) durch Wolfgang Rasch erarbeitet, der zuvor bereits die Bibliographie Karl Gutzkow erstellt hatte. Wolfgang Rasch zeichnet auch für die wissenschaftliche Konzeption der Bibliographie sowie für deren Systematik verantwortlich und führte die Recherche und die Titelaufnahmen durch. 9 Das eine Ergebnis dieses Projekts, die im De Gruyter-Verlag erschienene, dreibändige Druckausgabe
Heft
(2019) 107
Seite
134
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