Fontane-Bibliographik im digitalen Zeitalter Trilcke 137 Potenziale digitaler Bibliographik Die Möglichkeit, die Fontane-Bibliographie in Form einer Online-Datenbank, einschließlich differenzierter Suchoptionen, frei zugänglich zur Verfügung zu stellen, ist nur der offensichtlichste Vorteil der digitalen Bibliographik. Diese kann heute zudem auf zahlreiche Datenbanken, etwa digitale Zeitungs- und Zeitschriftenarchive, zurückgreifen, sodass sich auch die Arbeit der bibliographischen Recherche grundlegend gewandelt hat und einfacher, ertragreicher geworden ist. Nicht wenige der Rezensionen von Werken Fontanes, die neu in die Bibliographie aufgenommen wurden, 11 verdanken sich diesen digitalen Recherchemöglichkeiten. Hinzu kommt ein Potenzial der digitalen Präsentation der Bibliographie, das in Zukunft sukzessive ausgeschöpft werden soll: Mehr und mehr Ressourcen, sowohl der Primär- als auch der Sekundärliteratur, sind mittlerweile ebenfalls digital verfügbar: in den bereits erwähnten digitalen Zeitungs- und Zeitschriftenarchiven oder in anderen digitalen Repositorien. So hat das Theodor-Fontane-Archiv gemeinsam mit der Theodor Fontane Gesellschaft e.V. und unterstützt durch die Universitätsbibliothek Potsdam im Juni 2019 zahlreiche Jahrgänge der wissenschaftlichen Zeitschrift Fontane Blätter in retrodigitalisierter Form auf dem Portal Digitales Brandenburg veröffentlicht. Die Bibliographie kann mit diesen und vergleichbaren digitalen Ressourcen in Zukunft direkt verlinkt werden, sodass Nutzerinnen und Nutzer, die in der Online-Bibliographie einen Aufsatz aus den Fontane Blättern finden, vom bibliographischen Eintrag direkt zum Digitalisat des Aufsatzes gelangen und also zur Lektüre schreiten können. Eine solche Verlinkung der Bibliographie mit externen Ressourcen soll, zunächst am Probefall der Fontane Blätter, bis 2020 entwickelt und getestet werden. Dass die Bibliographie in Form einer Datenbank vorliegt, bringt schließlich auch die Möglichkeit mit sich, die Daten digital auszuwerten. Dem primären Zweck einer Bibliographie, der Literaturrecherche, tritt damit eine andere Nutzungsform an die Seite: die bibliometrische Analyse. In der Regel werden derartige Analysen im Kontext der Szientometrie eingesetzt, 12 sie dienen also der ›Vermessung‹ der Wissenschaften, etwa um den Forschungs-Output von einzelnen Forscherinnen und Forschern, Instituten oder ganzen Universitäten zu messen. Anwendungen bibliometrischer Analysen auf Personalbibliographien sind mir bisher hingegen nicht bekannt. Dabei lassen sich mittels solcher Analysen quantitative Einblicke in die Forschungs- und Rezeptionsgeschichte gewinnen, die das qualitative Studium der Publikationen zwar keineswegs ersetzen können, die es jedoch möglich machen, gewissermaßen aus der Vogelperspektive allgemeine Tendenzen zu erkunden. Was sich bei der bibliometrischen Analyse der
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(2019) 107
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137
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