138 Fontane Blätter 107 Labor digitalen Fontane-Bibliographie zeigt, soll im Folgenden exemplarisch anhand einiger statistischer und diagrammatischer Auswertungen dargelegt werden. II. Quantitative Analysen Vorbemerkungen zu den digitalen Analysen Um die folgenden Analysen einordnen zu können, müssen zuvor einige Informationen zur Datengrundlage vorgebracht werden. 13 Über die Auswahlkriterien und die Systematik der Fontane-Bibliographie hat Wolfgang Rasch in der Einleitung zum Druckwerk Rechenschaft abgelegt. Keineswegs umfasst die Bibliographie alles, was je von und zu Fontane publiziert wurde, vielmehr nimmt auch sie eine von spezifischen, in der Einleitung explizierten Kriterien geleitete ›Konstruktion‹ der Publikationswirklichkeit vor. So wurden und werden, um nur einige Beispiele zu nennen, – im Bereich der Primärliteratur – Nachdrucke von Gedichten Fontanes in Tageszeitungen oder aber – im Bereich der Sekundärliteratur – Nachdrucke von Pressemeldungen nicht erfasst, auch Qualifikationsarbeiten unterhalb der Ebene der Dissertation gingen und gehen nicht in die Bibliographie ein. Neben diese systematische Nichtberücksichtigung treten die Grenzen der Findbarkeit. Auch der gründlichsten Recherche entgehen mitunter Publikationen, zumal abseitige, die in keiner anderen Datenbank verzeichnet sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Bibliographie insbesondere im Bereich der Publikationen aus der Tagespresse auch auf der Sammlungstätigkeit des Theodor-Fontane-Archivs aufbaut, wobei diese über die mehr als acht Jahrzehnte des Bestehens des Archivs hinweg nicht immer einheitlich gewesen ist, nicht zuletzt angesichts der Zunahme digitaler Pressepublikationen, die sammlungstechnisch immer noch nur schwer in den Griff zu bekommen sind. In diesem Sinne sei explizit darauf hingewiesen, dass auch eine noch so systematisch erarbeitete Bibliographie kein in jeder Hinsicht objektives Unterfangen ist, das einem Anspruch an umfassende Vollständigkeit gerecht werden kann. Dennoch – und dafür bürgt die systematische Vorgehensweise bei der Erstellung der Bibliographie – liegt hier ein exzeptioneller Datensatz zur Primär- und Sekundärliteratur Theodor Fontanes vor. Um die folgenden Statistiken angemessen einordnen zu können, sind weitere Vorbemerkungen notwendig: ›Gemessen‹ bzw. gezählt wurden im Zuge der hier präsentierten Analysen Einzelpublikationen, und zwar unabhängig vom Umfang der jeweiligen Publikation. Das aber bedeutet auch, dass ein Artikel in einer Tageszeitung genauso viel zählt wie ein wissen-
Heft
(2019) 107
Seite
138
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