Heft 
(2017) 103
Seite
50
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Signatur SBB St 58, 30, TFA Pa 7,2 [1] j, 8 Fontane S. 690 bis 96. Einige Verse. Diese Verse sind meist unbedeutend, wofür er sie auch selber ausgiebt; nur die 1815 geschriebenen 8 Zeilen auf die sixti­nische Madonna sind sehr schön. in dieser Entfernung hält, ruft man in England zu: keep your distance! Vermöge derselben wird zwar das Bedürf­niß gegenseitiger Erwärmung nur unvollkommen befrie­digt, dafür aber der Stich der Stacheln nicht empfunden. Wer jedoch viele eigene, innere Wärme hat bleibt lieber S anuo c s h ch o d p ez e ru n Ge h me a s u pe e flal r sncgheanft.«weg, um keine Beschwerde zu geben, S. 690 bis 96. Einige Verse .] Vgl. Parerga II. Einige Verse , 690–696. 1815 geschriebenen 8 Zeilen ] Parerga II. Einige Verse , 693: »Dresden 1815 / Auf die Sixtinische Madonna. / Sie trägt zur Welt ihn: und er schaut entsetzt / In ihrer Gräul cha­otische Verwirrung, / In ihres Tobens wilde Raserei, / In ihres Treibens nie geheilte Thorheit, / In ihrer Quaalen nie gestillten Schmerz, / Entsetzt: doch strahlet Ruh und Zuversicht / Und Siegesglanz sein Aug, verkündigend / Schon der Erlösung ewige Gewißheit.« Reizend auch die Anmerkung über den Tod Kants (blauer Himmel, Wölkchen »Das ist die Seele Kants, die gegen gen Himmel steigt«.) Durch Viele der Gleichnisse und Verse sind wie­der nur­dazu da, sich und andern zu erzählen, er sei ein riesengroßer Kerl. Anmerkung über den Tod Kants ] Parerga II. Einige Verse , 693 f.: »1820. / An Kant.*) / Ich sah Dir nach in Deinen blau­en Himmel, / Im blauen Himmel dort verschwand Dein Flug. / Ich blieb allein zurück in dem Gewimmel, / Zum Troste mir Dein Wort, zum Trost Dein Buch. / Da such ich mir die Oede zu beleben / Durch Deiner Worte geister­füllten Klang: / Sie sind mir alle fremd, die mich umgeben, / Die Welt ist öde und das Leben lang. / (Unvollendet.) *) ›Der Tag, an welchem Kant verschieden, war so klar und wolkenlos, wie es bei uns nur wenige giebt: nur ein klei­nes, leichtes Wölkchen im Zenith schwebte am azurblauen Himmel. Man erzählte, ein Soldat habe auf der Schmiede­brücke die Umstehenden darauf aufmerksam gemacht mit den Worten: Sehet das ist die Seele Kants, die gen Himmel fliegt. (C. F. Reusch, Kant und seine Tischgenossen, S. 11)« 48 S. 616. »Psychologische Bemerkungen«. Hier reitet er seinen Hauptgaul »Wille und Intel­lekt«. Er führt geistvoll durch: Das Glück des Da­seins erheische die richtige Proportion zwischen Wille und Intellekt. Viel Wille [xx] fordert­(zur Controle der Leidenschaft oder des Tempera­ments) viel Intellekt, mäßiger Wille mäßigen Intel­lekt, schwacher Wille schwachen Intellekt. S. 616. » Psychologische Bemerkungen «.] Parerga . 26. Psy­chologische Bemerkungen . §§ 314–374, 616–648. Fontane bezieht sich hier auf § 314, 616 f.: »Jedes animalische We­sen, zumal der Mensch, bedarf, um in der Welt bestehn und fortkommen zu können, einer gewissen Angemessen­heit und Proportion zwischen seinem Willen und seinem Intellekt. Je genauer und richtiger nun die Natur diese ge­troffen hat, desto leichter, sicherer und angenehmer wird 50 Fontane Blätter 103 Unveröffentlichtes und wenig Bekanntes