Heft 
(2017) 103
Seite
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[1] j, 8 SBB St 58, 32, TFA Pa 7,2 [1] j, 9 Proportion ab, und darin hat er ganz gewiß Un­recht. Er hat Unrecht­den mit mäßigem Willen ausgestatteten Naturen gegenüber, aber vielleicht noch mehr den mit schwachem Willen augestat­teten gegenüber. Diese Willensschwachen, die »Phlegmatici«, wie er sie selbst nennt,­diese für leidenschaftliches Thun Unqualificirten, können ihre meiner Meinung nach, ohne alle Gefahr für ihr Glück einen großen Intellekt besitzen, ja, mit Hülfe desselben ein glänzendes Geschäft machen. Sie brauchen ihren Intellekt nicht in bloßem Con­trol-Dienst verblitzen, sondern können ruhig und frei mit demselben schalten, was ich für ein Glück, aber nicht für ein Unglück halte. Andrerseits wird die phlegmatische Anlage dahin wirken, daß der starke [ li seitlich unten: ] Ueberschuß an Intellekt nicht zu Tollheiten und Ueberschlagungen führt, die das Glück gefährden. Das Phlegma wird zum [ li seitlich oben: ] Ballast, das ein zu hoch Steigen des Ballons verhindert. Ueber Geistersehn Ueber Geistersehn. : Vgl. Parerga I. Versuch über das Geis­tersehn und was damit zusammenhängt , 239–328. S. 242. Denn es kommt drauf an, zu begreifen, daß eine Einwirkung gleich der von einem Körper nicht nothwendig die Anwesenheit eines Körpers vor­aussetze. S. 242] Parerga I. Versuch über das Geistersehn und was da­mit zusammenhängt , 241 f.: »Was ein Geisterseher, der sich selbst recht verstände und auszudrücken wüßte, behaup­ten würde, ist bloß die Anwesenheit eines Bildes in seinem anschauenden Intellekt, vollkommen ununterscheidbar von dem, welches, unter Vermittelung des Lichtes und seiner Augen, daselbst von Körpern veranlaßt wird, und dennoch ohne wirkliche Gegenwart solcher Körper; des­gleichen, in Hinsicht auf das hörbar Gegenwärtige, Ge­räusche, Töne und Laute, ganz und gar gleich den durch vibrirende Körper und Luft in seinem Ohr hervorgebrach­ten, doch ohne die Anwesenheit oder Bewegung solcher Körper. Eben hier liegt die Quelle des Mißverständnisses, welches alles für und wider die Realität der Geistererschei­nungen Gesagte durchzieht. Nämlich die Geistererschei­nung stellt sich dar, völlig wie eine Körpererscheinung: sie ist jedoch keine, und soll es auch nicht seyn. Die Unter­scheidung ist schwer und verlangt Sachkenntniß, ja philo­53 Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer  Delf von Wolzogen 53