Heft 
(2017) 103
Seite
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W a h r t r ä u m e n i m W a c h e n, oder wenigstens in einem Zustande, der mitten im Wachen auf wenige Au­genblicke eintritt.« Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer  Delf von Wolzogen 63 SBB St 58, 39 Sight geht, als wachender Zustand, den höchsten TFA Pa 7,2 [1] Graden des somnambulen Hellsehens parallel. Es j, 10 und ist ein Wahrträumen im Wachen. Hier her gehört TFA Pa 7,2 [1] die berühmte Prophezeiung des Cazotte, ja schon j, 11 in der Odyssee kommt ein solches Hellsehn vor, das mit der Geschichte des Cazotte viel Ähnlich­keit hat. (Odyssee XX. 351–57.) Er wendet sich nun dem zu, was er Retrospective second sight nennt. Dies ist sehr interessant. Er sagt: Sicherlich giebt es sogenannte Leichenseher und sicherlich giebt es Somnambule erster Klasse die auch durch­die Zeit nicht in ihrer Wahrneh­mung beschränkt werden. Sie sehen in die Zu­kunft hinein. Ebenso läßt sich auch annehmen, daß es Individuen Er wendet sich nun ] Parerga I. Versuch über das Geis­tersehn und was damit zusammenhängt , 300–303: Fontane fasst hier diese Seiten zusammen , hier 300: »7) Zu den eben betrachteten, der Zukunft zugekehrten Visionen liefern nun das Gegenstück diejenigen, welche das Vergangene, namentlich die Gestalten ehemals lebender Personen, vor das im Wachen aufgehende Traumorgan bringen. []« Und , 302 f.:»Wie nämlich eine in hohem Grade hellsehende Somnambule sogar durch die Z e i t nicht in ihrer Wahr­nehmung beschränkt wird, sondern mitunter auch wirk­lich zukünftige und zwar ganz zufällig eintretende Vorgän­ge vorhersieht; wie das Selbe, noch auffallender, von den Deuteroskopisten und Leichensehern geleistet wird; wie also Vorgänge, die in unsere empirische Wirklichkeit noch gar nicht eingetreten sind, dennoch, aus der Nacht der Zukunft heraus, schon auf dergleichen Personen wirken und in ihre Perception fallen können; so können wohl auch Vorgänge und Menschen, die doch schon ein Mal wirklich waren, [], auf gewisse hiezu besonders disponirte Perso­nen wirken und also, [], eine Nachwirkung äußern; [] zumal wann eine solche Auffassung vermittelt und einge­leitet wird, durch etwas Materielles, wie etwan die noch wirklich vorhandenen, leiblichen Ueberreste der wahrge­nommenen Personen, oder Sachen, [], ihre Kleider, das von ihnen bewohnte Gemach, [...], der verborgene Schatz; dem analog wie die sehr hellsehende Somnambule biswei­len nur durch irgend ein leibliches Verbindungsglied, z. B. ein Tuch, welches der Kranke, [] über dessen Gesund­heitszustand sie berichten soll, in Rapport gesetzt wird und dadurch ein Bild von ihnen erhält; [].« 63