Heft 
(2017) 103
Seite
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Signatur SBB St 58, 48, TFA Pa 7,2 [1] j, 13 Rechte, das Schöne, das Passende als solches zu erkennen. Dies ist wieder sehr fein und im Ganzen auch wohl richtig. Im Gespräch würd ich es entzü­ckend finden; aber gedruckt was ich so oft bei F sset o iic n nh t e a hn n a e lStiagc.hMenanemkapnfinnddoec–hiustnemsödgolicchh nicht recht sagen, daß die »Fähigkeit zu empfangen« die Fähigkeit sei »das Rechte, das Schöne, das Passende als solches zu erkennen«. Ein geistreicher Vergleich, der so hingeworfen passiren mag, higkeit zu e m p f a n g e n , d. h. das Rechte, das Schöne, das Passende, als solches zu erkennen, wie auch dessen Gegentheil; also das Gute vom Schlechten zu unterschei­den, Jenes herauszufinden und zu würdigen, Dieses zu verwerfen.« Schopenhauer 71 verlockt ihn zu einer Motivirung, die einen erst recht fühlbar macht, daß es doch nicht recht klappt und stimmt. S. 486 oder 87. Auch die Eintheilung der Schrift­steller in Sternschnuppen, Planeten und Fixster­ne stimmt wohl nicht ganz. Die Planeten gehören freilich nur einem besondern Sonnensysteme an, innerhalb dieses aber (glaub ich) sieht man sie im­mer. Doch irr ich mich hier vielleicht. S. 486 oder 87 .] Parerga II. 20. Ueber Urtheil, Kritik, Bei­fall und Ruhm . § 242, 486 f.: »Die S c h r i f t s t e l l e r kann man eintheilen in Sternschnuppen, Planeten und Fixster­ne. Die Ersteren liefern die momentanen Knalleffekte: man schauet auf, ruft ›siehe da! und auf immer sind sie verschwunden. Die zweiten, also die Irr­und Wandel­sterne, haben viel mehr Bestand. Sie glänzen, wiewohl bloß vermöge ihrer Nähe, oft heller, als die Fixsterne, und werden von Nichtkennern mit diesen verwechselt. Inzwi­schen müssen auch sie ihren Platz bald räumen, haben zu­dem nur geborgtes Licht und eine auf ihre Bahngenossen (Zeitgenossen) beschränkte Wirkungssphäre. Sie wandeln und wechseln: ein Umlauf von einigen Jahren Dauer ist ihre Sache. Die Dritten allein sind unwandelbar, stehn fest am Firmament, haben eigenes Licht, wirken zu Einer Zeit, wie zur andern, indem sie ihr Ansehn nicht durch die Veränderung unsers Standpunkts ändern, da sie keine Pa­ralaxe haben. Sie gehören nicht, wie jene Andern, einem System (Nation) allein an; sondern der Welt.« S. 487. »Man soll die Genies immer nur nach ih­rem Besten beurtheilen, nicht danach, wo »Homer schlief«. Sehr wahr. S. 487 .: Parerga II. 20. Ueber Urtheil, Kritik, Beifall und Ruhm . § 243, 487: »Zum Maaßstab eines G e n i e s soll man nicht die Fehler in seinen Produktionen, oder die schwächeren seiner Werke nehmen, um es dann danach tief zu stellen; sondern bloß sein Vortrefflichstes. Denn auch im Intellektuellen klebt Schwäche und Verkehrtheit der menschlichen Natur so fest an, daß selbst der glän­72 72 Fontane Blätter 103 Unveröffentlichtes und wenig Bekanntes