SBB St 58, 46, TFA Pa 7,2 [1] j, 13 SBB St 58, 47, TFA Pa 7,2 [1] j, 13 Nachweise sind aber doch hier so schwer, weil – abgesehn von Lüge und Täuschung – diese Erscheinungen doch immer auch noch in die Kategorie der Visionen gehören können, also Einwirkung von etwas thatsächlich Vorhandenem (Kleider, Ueberreste) auf das Traumorgan. gung derselben, jeder Einwirkung auf die noch Lebenden durchaus unfähig seyn sollte. Die Sache wäre demnach allein a posteriori, durch die Erfahrung, zu entscheiden: Dies aber ist um so schwieriger, als, […], selbst die wirkliche Vision, in welcher ein Verstorbener sich darstellt, gar wohl einer der bis hieher von mir aufgezählten acht Arten angehören kann; […].« 70 S. 315 »Der Charakter und Typus der Geistererscheinungen ist ein so fest bestimmter und eigenthümlicher, daß der Geübte beim Lesen einer solchen Geschichte beurtheilen kann, ob sie eine erfundene, oder auf optischer Täuschung beruhende, oder aber eine wirkliche Vision ist.« S. 315 ] Parerga I. Versuch über das Geistersehn und was damit zusammenhängt , 315: »Der Charakter und Typus der Geistererscheinungen ist ein so fest bestimmter und eigenthümlicher, daß der Geübte beim Lesen einer solchen Geschichte beurtheilen kann, ob sie eine erfundene, oder auch auf optischer Täuschung beruhende, oder aber eine wirkliche Vision gewesen sei. Es ist wünschenswerth und steht zu hoffen, daß wir bald eine Sammlung Chinesischer Gespenstergeschichten erhalten mögen, um zu sehn, ob sie nicht auch, im Wesentlichen, ganz den selben Typus und Charakter wie die unsrigen, tragen und sogar in den Nebenumständen und Einzelnheiten eine große Uebereinstimmung zeigen; welches alsdann bei so durchgängiger Grundverschiedenheit der Sitten und Glaubenslehren, eine starke Beglaubigung des in Rede stehenden Phänomens überhaupt abgeben würde.« S. 486. Ueber Urtheil, Kritik, Beifall und Ruhm. Das produktive Talent oder Genieist das Männliche, der auffassende, urtheilende Geschmack das Weibliche. Jenes erzeugt, dieses empfängt und hat die Fähigkeit zu empfangen, d.h. das Rechte, das Schöne, das Passende als solches zu erkennen. Dies ist wieder sehr fein und im Ganzen auch wohl richtig. Im Gespräch würd’ ich es entzückend finden; aber gedruckt – was ich so oft bei seinen Sachen empfinde – ist es doch nicht recht stichhaltig. Man kann doch unmöglich sagen, daß die »Fähigkeit zu empfangen« die Fähigkeit sei »das Rechte, das Schöne, das Passende als solches zu erkennen«. Ein geistreicher Vergleich, der so hingeworfen passiren mag, S. 486. Ueber Urtheil, Kritik, Beifall und Ruhm : Parerga II. 20. Ueber Urtheil, Kritik, Beifall und Ruhm . § 241, 486: »Der auffassende, urtheilende Geschmack ist gleichsam das Weibliche zum Männlichen des produktiven Talents, oder Genies. Nicht fähig zu e r z e u g e n , besteht er in der Fähigkeit zu e m p f a n g e n , d. h. das Rechte, das Schöne, das Passende, als solches zu erkennen, – wie auch dessen Gegentheil; also das Gute vom Schlechten zu unterscheiden, Jenes herauszufinden und zu würdigen, Dieses zu verwerfen.« 71 Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer Delf von Wolzogen 71
Heft
(2017) 103
Seite
71
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