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der treffliche Künstler Alex. Cabanel für seine ergreifende Darstellung aus diesem Frauenleben gewählt hat? Es ist der Augenblick tiefsten Seelenschmerzes, denn eben war's, als der Gemahl ihr ein Wort entgegen- schleuderte, wie es für eine reine Frauenseele so hart, so tiefverletzend kein zweites giebt.
„Jslls recht, islls billig, so mir zu begegnen?
Was that ich denn, daß ihm der kleinste Argwohn
Entstehen konnte dieser größten Schuld?" so klagt die tief Gekränkte.
Gerecht und billig! O nein! Verleumdung war's, die ihm das harte Wort entpreßt, Verleumdung auch, die ihn zum Mörder machte. — th.
die Redaktion noch heute. Die bedeutendsten Vertreter der Fröbel'schen Erziehungsideen zählten und zählen zu den Mitarbeitern am „Kindergarten". Der Verlag der Zeitschrift, in den ersten zwanzig Jahren von H. Böhlau in Weimar besorgt, ging seitdem in die Hand von A. Pichler's Wittwe und Sohn in Wien über. Wir wünschen dem Blatte ein ferneres frohes Gedeihen! Im Schmucke des Silberkranzes wirke es menschen- und kinderfreundlich weiter — zunächst bis zum goldenen Jubiläum!
AUerAer
Kurzweil.
Wotand in der Schtacht zu Woncesvalles. (Mit Illustration S. 12 und 13.) Aus der Heldensage, die spätere Zeit um den Kriegszug Karl's des Großen nach Spanien (777) gewoben, ragt die Gestalt Roland's so mächtig hervor, daß sie ein Jahrtausend überlebt hat und noch den Dichtern und Künstlern unserer Tage stets anziehenden Stoff zu ihren Schöpfungen bietet. Olivant und Durendart, das Wunderhorn Roland's und sein Wunderschwert, beschäftigen noch heute ebenso lebhaft die Phantasie der Jugend, die in die Sagen der Vorzeit eingeführt wird, wie sie einst das Staunen und die Verwunderung der Ritter und Frauen erregten, als das Ollan8on äa Lolanä entstand und der „Pfaffe Konrad" auf den Wunsch einer deutschen Fürstin cias Rnolanäas lüeck dichtete. Den Mittel- und Höhepunkt desselben bildet der Tod Roland's in der Schlucht von Ronces- valles, in welcher die vom Kaiser Karl in Spanien zurückgelassenen Helden ^ verräterischer Weise von den Heiden übersallen und vernichtet wurden, i
Wie das Lied berichtet, hatte Kaiser Karl das ganze feindliche Land ^ bis auf Saragossa, den Thronsitz des Königs Marsilie, eingenommen. ! Dieser beschloß nun im Verein mit dem verräterischen Stiefvater Roland's, ! Genelun, sich scheinbar dem Kaiser zu unterwerfen, um dann die zurück- ^ bleibende Nachhut des Heeres zu vernichten. Die List gelang, trotz ! warnender Träume nahm Karl die Unterwerfung Marsilie's an und ließ ! Roland, den er mit halb Spanien belehnte, in dem eroberten Lande zurück. Kaum war jedoch der Kaiser mit dem Hauptheer abgezogen, als Marsilie Roland und seine Getreuen in dem Thale Roneesvalles überfiel und die Helden nach tapferer Gegenwehr tödtete. Im Augenblick der höchsten ^ Gefahr ergriff Roland sein Wunderhorn, den „guoten Olivanten", das ! ihm einst die Engel gebracht hatten, und blies auf demselben, um Kaiser ^ Karl von der Gefahr in Kenntniß zu setzen. Dieser hörte wirklich den Nothruf und eilte den Bedrängten zu Hifle, erschien aber zu spät auf dem Schlachtselde und konnte nur den Tod seiner Helden rächen.
Jas Arppekhaus in Kamburg. Die Reisenden, welche unserer größten deutschen Seehandelsstadt einen Besuch abstatten und von Hannover aus dieselbe erreichen, erblicken einige Meilen vor den Thoren in dem Dorfe Bardowik die Thürme eines Domes. Sie zeugen von der „verschwundenen Pracht" der einstigen Hansestadt, die Heinrich der Löwe 1189 bis auf jenen Dom zerstören ließ. Bardowik erholte sich von jenem Schlage nicht wieder. Die großen Granitquadern der Stadttrümmer ver- > kauften die Bardowiker an das aufblühende Hamburg, das derselben bedurfte, um damit seine Molen längs der Norderelbe aufzuführen. ! Sie erhielten dafür 300 Mark Silber und ein Haus in der Nähe der > Katharinen-Kirche, in dem niedrigsten, schon bei der geringsten Sturmfluth ' überschwemmten Stadttheil. Dieses Haus sollte ihnen auf „ewige" Zeit > gegen eine mäßige Miethe überlassen und von der Stadt erhalten werden. ^ Noch heute ist das unschöne scheunenartige Gebäude in der belebten > Handelsgegend der Stadt erhalten. Die „ewige" Zeit ist jedoch bald ! vorüber. Auch diese letzte Erinnerung an Bardowik in Hamburg wird ! ein Opfer der großartigen Veränderungen, welche zum Zwecke des bis 1888 zu vollziehenden Zollanschlusses nothwendig sind. Fr.
Girre drauralistrLe Jagesfrage. Die „Aktualität" scheint von den Tages-, Wochen- und Monatsschriften bereits in das Gebiet der schönen Künste Hinüberzugreisen, und bei der Wahl eines Stoffes für ein Gemälde, ein Drama, eine Skulptur wird künftig wahrscheinlich die Frage der Aktualität die des künstlerischen Prinzipes zurückdrängen. So berichtet man jetzt von einem kolonialpolitischen Drama, dessen Schauplatz zum Theil Angra Pequena, zum Theil Kamerun ist. Auch von einer melodienreichen Musik dazu weiß man zu erzählen, doch erfährt man nicht, ob sie dem Volksmelodienschatze der westasrikanischen Neger entnommen oder der zur Zeit tonangebenden europäischen Kunstrichtung folgt. Eine Hauptperson dieser dramatisirten Tagesfrage ist der König Brisso- Bell, und wir empfehlen dem betreffenden Schauspieler, der diese Rolle „kreirt", eine „Maske" zu machen, wie sie unsere Abbildung jenes Königs in Nummer 37 vorigen Jahres darbietet. Jedenfalls jsehr geschmackvoll und sehr zeitgemäß! _ —r.
Gin „Kindergarten"-InbMum. Ein Monatsblatt, das seit 1860 treu der Kindergartensache dient, hat soeben seinen sünfundzwanzigften Jahrgang vollendet. Es ist die Zeitschrift „Kindergarten, Bewahr- anstalt und Elementarklasse", Organ des „Allgemeinen Fröbel- Vereins" (Sitz: Thüringen) und des „Deutschen Fröbel-Berbandes". Gegründet wurde dieselbe von A. Köhler in Gotha, Fr. Schmidt und ! Fr. Seidel in Weimar. Letzterer, als der die Andern Ueberlebende, führt !
Zahres-Wing.
ZÜ'ustrirLes Wemr-Mthset.
Jer Stickrahmen.
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A r cr t ld l r r e n ä .
Meiner Wriefkasten.
P. B. in Paris. Die „Gartenlaube" können Sie unmittelbar nach dem Jahresabschluß binden lassen. Der von Ihnen befürchtete Uebelstand, daß beim Einbinden der Druck der einen Seite auf die gegenüberliegende Seite übertragen wird, ist uns noch nicht vorgekommen, obwohl wir stets eine große Zahl unsrer Jahrgänge unmittelbar nach Jahresschluß binden lassen.
C. G. in Düsseldorf. Auch wir sind der Meinung , daß dre von Ihnen erwähnten kosmetischen Mittel keim Schwindelprodukte^ sind.^ lieber das betreffende^Jnstttut selbst
unleserlich.
I. H. in Neugradiska. Garrick war Engländer, geb. am 20. Febr. 1716 zu Hereford. Frau Gutsbesitzer A. in L. Wenden Sie sich an den nächsten Bezirksfeldwebel. Da Sie Ihre Adresse nicht anacben, so können wir Ihnen nähere Auskunft nicht ertheilen. Im Briefkasten fehlt uns der Raum dazu.
I. G. 'in N. Nein, wir können das von Ihnen genannte Buch nicht empfehlen.
F. Kr. in F. 162. H. London, St. I. : Nicht geeignet.
Inhalt: Zum ueueu Jahr 1885. Gedicht vou Felix Dahn. Mit Illustration S. 1. — Die Frau mit den Karsunkelsteineu. Roman voll E. Marlitt. S. 2. — Karsten Lehr. Ein Beitrag zur Geschichte des seemännischen Aberglaubens. Aus dem Nachlasse vou Edmund Höfer. Mit Illustration S. 9. — Die Nihilisten. „Von Johannes Scherr. I. Alexander der Zweite und die Reform. S. 11. — Elfenbein und Palmöl. Von Siegfried. S. 15. Mit Illustrationen S. 15, 16 und 17. Blätter und Blüthen: Zum 100jährigen Geburtstag Jakob Grimm's. S. 18. — Eine originelle Notenzeichuung. Mit Abbildung. S. 18. — Der Urlauber. S. 18. Mit Illustration S. 4 und 6. — Das neue Leipziger- Gewandhaus. S. 19. — Im Winter. Illustration. S. 19. — Desdemona. S. 19. Mit Illustration. S 9. — Roland in der Schlacht zu Roncesvalles. S. 20. Mit Illustration. S. 12 und 13. — Das Zippelhaus in Hamburg. — Eine dramatisirte Tagesfrage. — Ein „Kmdergarten"-Jubiläum. — Allerlei Kurzweil: Jahres-Ring. — Jllustrirtes Vexir-Räthsel. — Der Stickrahmen. — Kleiner Briefkasten. S. 20.
Verantwortlicher Herausgeber Adolf Kröner in Stuttgart. Redacteur vr. Fr. Hof mann, Verlag von Ernst Keil's Nachfolger, Druck von A. Wiede, sämmtlich in Leipzig.