Heft 
(1890) 40
Seite
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der Erzberg in guten Jahren eine Erzausbeute vvn mehr als 5 Mil- die in den seligen Gründen des tirolischen Etschlandes in der Er­lionen Metereentnern (1 Metercentner 100 Kilogramm) liefert, innerung lebendig geblieben sind. Die Zwerge, die Drachentödter und soll nach einer sorgfältigen Berechnung ein Versiegen des Berg- minniglichen Sangesmeister, die verfallenen Burgen und versteiner segens im nächsten Jahrtausend (!) nicht zu befürchten sein, ten Rosengärten und manches andere beschäftigen dort zwischen Wenn dem so sein sollte, würde sich eine von den vielen den Rebenranken am Etschufer nachhaltiger die' Einbildungskraft Sagen, die auf den Erzberg sich beziehen, bewahrheiten. Ein ' als der Felsencirkus, der den norischen Eisenberg umklammert. Unhold, den einst in der Vorzeit mehrere Leute dieses Thales ! Wer indeß mit offenen Allgen wandert/ wird auch hier dingfest gemacht hatten, wurde gezwungen, seine Freilassung mit mancherlei Wahrnehmungen machen. Von den herkömmlichen Berg- irgend einem Geschenke zu erwirken. Er bot einen goldenen Fuß, sagen abgesehen, eröffnet der Einblick in diese Betriebsamkeit weite eill silbernes Herz und einen eisernen Helm und bemerkte, daß ^ Ansschau in die rauhe nordische Welt. Schon in uralten Zeiten Gold nur kurze Zeit, Silber nicht lange, Eisen aber ewig dauere. ! standen hier zwischen mächtigen Fichten die Waldschmieden. Von

Die Oswaldikirche Der Schichtthurm

Grsenerz und der Grzberg.

Die Leute wühlten den Helm, worauf der Gefangene nach dem Erzberge wies: dort sei Eisen für ewige Zeiten . . . Eine andere Sage berichtet über einen Kampf der Riesen mit den Göttern in dieser Bergwildniß. Als jene bereits gewaltige Felsmassen aufgethürmt hatten, schleuderten die Götter einen ungeheueren Eisenklumpen auf die Erde. Er fiel dorthin, wo sich jetzt der Erzberg erhebt.

Wer im Thalkessel von Eisenerz steht, empfindet nichts von dem Zauber, der sich anderwärts in den Alpen durch allerlei Dinge romantischer Natur kundgiebt. Man wird hier nicht von dem Widerschein der Weißen Eisfelder geblendet wie auf den Hohen Tauern, in deren Krystallmassen die Trugbilder des Gold­durstes spuken; man steht dort nicht unter den Einwirkungen märchenhafter Geschehnisse, die vom Dufte des Südens verklärt sind wie beispielsweise die Gestalten des deutschen Heldenliedes,

ihren Essen flammte es in die menschenleere Wildniß hinaus. Spuren von Stollen und Gußlöchern werden am Erzberge nicht vermißt. In den Forsten, zu denen jetzt der Donner auf- fliegender Dynamitminen heraufschallt, geht der germanische Wald­geist um. Auf der Höhe des Erzberges, wo ein Seitenweg der Erzstraße" vom Sattel des Prebühl gegen den Erzgraben herüber­zieht, brütet die Stille des Urwaldes, unterbrochen vom Geriesel Heller Quellen zwischen Moos und Farndickicht im Inneren des finsteren Gestämmes. Eine geheinmißvolle Dämmerung verhüllt die Tiefen, aus denen das Gold zu Tage gefördert wird; unllr Hammergedröhn und Flammensprühen wird das Eisen geboren. Roth wie die Gluth in den Essen war der Bart Thors, und rothes Gelock flatterte um das Haupt Wielands, der bei Mimir dem Urahn der Schmiede das Eisen hämmern lernte . . .