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auf einem fahlen Gelbbraun — den wie in blasser Sepia getuschten Felsen, wie sie über die Bahn hängen, die in den langen Grat des Juragebirges einschneidet. Mit grellstem Weiß ragen die Kreideklippen Rügens, der uralt verhärtete Tiefseeschlamm der Kreideperiode, aus dem silberblauen Meer von heute. So liegt der Schutt dieser drei Weltentage über der Erde gehäuft. Doch wir schlagen mit der Hacke in den Schuttberg, und aus der geöffneten Schichtenfolge bricht eine große Platte
alter Oberfläche Geheimnisvolle Schrift steht darauf. Kreuz und quer über die Platte ziehen sich ungeheure dreizehige Fußspuren, einst dem weichen Uferschlamm tief, daß die Ränder quollen, eingepreßt. Halbmeterlang ist gelegentlich eine solcheTatze, Die Schritte, die ihr Träger gemacht hat, spannen bis zu zwei Metern.
Unwillkürlich geht das Auge über der Platte in die Höhe und mißt den Luftraum, den ein nach Menschenart aufrecht wandelndes Wesen (und gerade diese größten Fährten stapfen nur zweibeinig) entsprechend dieser Sohlenlänge durchragt haben müßte. Man wird auf fünf, sechs Meter raten müssen; wenn diese Ur- weltler auf einem „kleinen Fuß" lebten, noch mehr.
Wir kennen sie heute, die
Wandler im roten Stein, als er noch rötlicher Schlamm war. Im Museum zu Brüssel stehen ihre Skelette — Skelette zehn Meter langer Riesen, die in der Tat auf den Hinterbeinen einherschritten wie wir. In dem gleichen Schlamm, der ihre Tatzen abzeichnete, sind sie gelegentlich ganz versunken. Ihre Hautkämme, ihre fetten Bäuche sind verfault, nur das geschwärzte Gerippe blieb in dem verschlingenden Grunde stecken, als er selber zu trockenem Stein wurde. So sind sie bis auf uns gekommen, zufällig aufgeschachtet, als der Bergwerksbetrieb ihr Grabgewölbe durchsägte, das sie seit sieben Millionen Jahren umklammert hielt. Diese Jguanodonten, wie man sie getauft hat, waren Reptile, am ehesten für unsere Zeit noch zu
vergleichen aufrecht schreitenden Riesenkrokodilen. Zum erstenmal war mit solchen Formen das feste Land erobert von wirklich großen, das Feld beherrschenden Tieren. Alles, was im Steinkohlenwalde zuerst das Trockene bestiegen hatte, war ein Ppgmäenvolk gewesen: die Schnecken, die Tausendfüße, die Insekten. So hoch es auch Ameisen und Bienen im Jn- sektenstamm gebracht haben mögen, sie blieben Liliputer, die höchstens einmal durch Massenansammlung wirkten. Noch die
ersten aufklim-
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wenden Amphi- bien und Reptilienselbst waren winzige Gesellen gewesen. Aller große Fortschritt im Lebendigen scheint ja über solcheKlei- nen zu gehen. Jetzt aber kam hier das Erstarken der Kraft. Mit der Sekundärzeit beginnt bei dem Reptil auf dem Festlande die Größe des Individuums. Die Jguanodonten kletterten nicht mehr mit kleinen Füßchen am himmelragenden Baumstamm aufwärts, sie reckten sich vom festen Erdenstand empor und rissen die belaubten Äste herunter.
Mit einem ganz anderen Größenmaß, das andere Bedürfnisse und andere Macht schuf, begann das alte kaleido skopische Formbildungsspiel jetzt ganz anders und wahrhaft ungeheuerlich im Ergebnis einzusetzen. Bald wurde der
ganze Körper in einen undurchdringlichen Panzer gehüllt; die Schildkröte führt uns das noch heute anschaulich vor Augen. Oder aus der Haut wuchsen Jgelstacheln, wie Lanzen; den Rücken schützten kolossale Knochenplatten, senkrecht aufgebäumt, wie ein Molchkamm; Ochsen- und Rhinozeroshörner bewaffneten den Schädel; aus dem Maul bogen sich lange, krumme Walroßhauer; der lange schwere, straff bewegliche Schwanz schmetterte Bäume über den Haufen; die Fußknochen bauten sich bald fein und steil empor, wie bei Störchen oder Springmäusen, bald sanken sie schwer mit Hufen, wie bei einem Rhinozeros, auf den Plan. Schob die Schildkröte sich beinahe zur kugelförmigen Nuß zusammen, so neigte umgekehrt bei anderen der