Heft 
(1906) 24
Seite
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Abkühlung wird ein wenig saures Bananenbier zugesetzt, und das Sorgho­bier ist fertig. EinSüßbier" für Kranke, Frauen und Kinder wird aus Wasser mit einer Beimischung von Bananensaft hergestellt. Es ist

nach unseren: Gewährsmann ein ausgezeich­netes Getränk, frisch, gesund, angenehm säuer­lich, schäumt wie Champagner, hat geuau dessen Geschmack und ist von ihm fast nicht zu unter­scheiden". Die vierte Art von Bier endlich ist ein Meth, aus vier Fünftel:: Wasser und ei­nem Fünftel Ho­nig zusammen­gemischt, er wird etwa drei Tage lang gesotten.

Zur KochzeiL am spanischen Königshos. (Mit den neben­stehenden Abbil­dungen.) Als der königliche Frei­ersmann durch Europa zog, um sich und seinem Volke eine Köni­gin zu wählen, da waren die

König Alfons von Spanien und seine Gemahlin. Herzen aller unver-

mühlten Prinzessinnen

in Aufregung, und Ena von Battenberg wurde sicher von manchem Fürstenkind beneidet, als der junge König ihr sein Herz schenkte. Nun aber haben verbrecherische Anarchisten auf das junge Glück des neu- vermählten Paares den ersten Schatten geworfen, und die anmutige junge Königin wird wohl über allzu heftige Neider nicht mehr zu klagen haben. Au:

31! Mai unlerzeich nete das Brautpaar die Ehekontrakte in Gegenwart der ipa nischen Granden, und Prinzessin Ena schrieb hier wohl zun: ersten Male den Namen Vitto- ria, den sie als

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Königin von Spanien führen wird. An: 1. Juni fand die kirchliche Trauung in der Kirche San Geronimo in Madrid statt. Feierlich be­wegte sich der Zug von der Kirche ins Schloß zurück; da fiel die von Bubenhand geschleuderte Bombe, und Tote und Verwundete bedeckten die Straße. Das junge Paar blieb körperlich unverletzt, aber seelisch mag die Wirkung um so erschütternder gewesen sein. Zwei junge Fürstenkinder, die keinem Menschen je ein Leid zugefügt, mußten an ihren: Hochzeitstage durch das Blut treuer Diener und Bürger waten. Auch der König war von einen: Splitter getroffen, aber eine Ördenskette verhinderte eine Ver­wundung, und unerschrocken hielt sich der König aufrecht. Aber die Blut­tat des Anarchisten fachte die Liebe des Volkes zun: König neu an, und stürmische Ovationen wurden dem jungen Paar gebracht.

Eduard u. Kartmann.

(Zu dem nebenstehenden Bild­nis.) Am 5. Juni starb in Groß-Lichterselde der nam­hafte Philosoph Eduard von Hartman::, den sein Erstlings­werkDie Philosophie des Unbewußten" früh berühmt gemacht hat. Es war ein Werk, das vielleicht von den breiteren Massen, die sich sonst mit Philosophie nur wenig beschäftigen, höher ge­schätzt wurde als von den gelehrten Fachgenossen Hart­manns, deren volle Wert­schätzung sein reicher und tiefer Geist erst durch seine späteren Arbeiten gewann.

Eduard v. Hartmann war am 23. Februar 1842 in Berlin als Sohn eines Generals geboren. Auch er schlug zuerst die militärische Laufbahn ein; doch schon als Fähnrich beschäftigte er sich mit philosophischen Studien. Als ihn dann ihm Jahre 1865 ein Fuß­leiden zwang, seinen Abschied zu nehmen, widmete er sich ganz der Wissenschaft. Zwei Jahre später promovierte er in Rostock, und nach abermals zwei Jahren erschien diePhilosophie des Unbewußten", die eine für philosophische Werke ganz ungewöhnliche Auflagenzahl er­fahren hat. Hartmanns Leben ist arm an Ereignissen. In stiller Zurückgezogenheil lebte er nur der Arbeit und ließ nun die große Zahl seiner Werke erscheinen, in denen er an Hegel und Schopenhauer anknüpfend, deren philosophische Prinzipien oft zu verschmelzen wußte. Zu allen großen Streitfragen der Zeit ergriff er das Wort, und

seine weit verbrei­teten Schriften, die Sozialen Kern­fragen", Tages - fragen",ZurZeit­geschichte",Zwan­zig Jahre deutscher Politik" bekundeten den selbständigen Denker und charak­terfester: Mann.

Eduard von L> artmann -j-.

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Das Königspaar verläßt nach der Trauung die Kirche. Von den LochzeitsfeierlichkeiLen in Madrid.

Druck und Verlag Ernst Keil's Nachfolger G. m. b.H. in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Tischler; für den Anzeigenteil verantwortlich: Franz Boerner. beide in Berlin. In Österreich-Ungarn für Herausgabe und Redaktion verantwortlich: B. Wirth in Wien.

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