Heft 
(1906) 29
Seite
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wurde die erste Strecke der Vintschgaubahn vor einer festlich bewegten Menschenmenge dem Betrieb übergeben. Die neue Vintschgaubahn, die den Verkehr zwischen Tirol und der Schweiz erleichtern soll, durch­zieht in einer Länge von 60 Kilometern den oberen Teil des herrlichen Elschtales, bei Meran beginnend und vorläufig bei Mals ihren Aus­gang findend. Viele technische Schwierigkeiten galt es zu überwinden, und sie werden noch weiterhin zu überwinden fein, denn die jetzt eröffnete Strecke ist nur ein Teil der Bahn, die über den Öfenpaß und Zernetz ins Oberengadin und zur Albulabahn und mit ihrer zweiten Verbin­dung über dl anders und Landeck zum Arlberg fortgeführt werden soll. Immerhin ist schon jetzt durch die Strecke Meran-Mals das Vintschgauer

Berggebiet touristisch völlig er­schlossen worden, eine wahre Frem­denflut zeigt, wie bedeutsam die Bahn für den Verkehr der dor­tigen Gegend zu werden verspricht.

Die Athene-Müste Auguste Uodins. (Zu der nebenstehen­den Abbildung.) Eine ebenso

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kostbare wie sinnige Gegengabe stiftete der gefeierte französische Bildhauer Auguste Rodin der thüringischen Universität Jena, die bei der vorjährigen Schiller­seier den Künstler "zum philo­sophischen Ehrendoktor ernannt hatte: eine Athenebüste von seiner Hand. Die in Bronze aus ge­führte Büste ist etwa lebensgroß, Hals und Gesicht sind mit grün­licher Patina überzogen. Das Ganze macht einen durch und durch kraftvollen bezwingenden Eindruck. Ein außerordentlich kühnes und überlegenes Profil zeigt der leicht nach links ge­wendete Kopf, in dem kurzen, gedrungenen Hals liegt eine ausgeprägte Leidenschaft und Energie, er wächst aus dem Panzer förmlich heraus. Unter

Die von Rodin der Universität Jena geschenkte Büste der Athene

dem delphinartigen Helm der Göttin quillt ihr volles Haar hervor, zr dem die Schlangen des vorn angebrachten Medusenhauptes hinüberspielen In dem neuen Universitätsgebäude, das in Jena erstehen wird, soll da^ Kunstwerk einen dauernder: und würdigen Ehrenplatz erhalten.

Erzherzog Eugen auf der Station Schlanders.

Von der Eröffnung der Vintschgaubahn.

Druck mrd Verlag Ernst Keil's Nachfolger G. m. b.H. in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Tischler; für den Anzeigenteil verantwortlich: Franz Boerner. beide in Berlin. In Österreich-Ungarn^ für Herausgabe und Redaktion verantwortlich: B. Wirth in Wien.

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