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Wirkung der keimfreien Ernährung studieren und das Gedeihen dieser Pfleglinge mit den von Kontrolchühnchen vergleichen, die unter gewöhnlichen Verhältnissen ausgebrütet und im Freien großgezogen wurden. Es hat sich dabei gezeigt, daß, ähnlich wie die Pflanzen, auch die Tiere ohne Spaltpilze nicht gedeihen. Wohl gelingt es, solche „keimfreien" Hühnchen bis zum 28. Tage an: Leben zu erhalten.
Die Tiere fressen und verdauen fortwährend, sie konsumieren sogar viel mehr Nahrung (aufgeweichte Hirsekörner, hartgekochtes zerhacktes Eiweiß usw.) als die im Freien gehaltenen Kontrollhühnchen; aber die steril gezüchteten Tiere nehmen nicht am. Gelvicht zu wie die normalen, sondern sie zehren im Gegenteil von ihrer eigenen Körpersubstanz und verlieren bis 34 v. H- ihres Anfangsgewichtes im Laufe ihres kurzen Lebens, während die normalen KontroMiere in der gleichen Zeit um dasZwei- bis Dreifache ihres Anfangsgewichts zugenommen haben.
Wir sehen also, daß die Spaltpilze auch für das tierische Wachstum, für die Ernährung, nützlich und sogar notwendig sind. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, gewinnt auch die Bakterienflora im menschlichen Darm an Bedeutung. Die Er- x
forschung ihrer Wirkungen, das Erkennen der nutzbringenden und schädlichen Arten bildet eine der Zulunftsaufgaben der noch jungen, aber segensreich waltenden bakteriologischen Wissenschaft.
Die Aange des Darmes. In der Schule lernten wir, daß der Darm bei Pflanzenfressern viel länger sei als bei
Fleischfressern. Als selbstverständlich wurde betrachtet, daß die Darmlänge dabei von der Länge des Körpers abhängt. Doch das ist nicht richtig. Bestimmend scheint nur die Beschaffenheit der Nahrung zu sein, namentlich ihre Menge und Verdaulichkeit. So gibt es bei den pflanzenfressenden Tieren verblüffende Unterschiede in der Länge des Darmes im Verhältnis zu der Größe des Körpers. Der Darm des Elefanten hat durchschnittlich die respeltable Länge von 20 Metern, bei den kleinen Schafen hat man aber Därme, die 32 Meter lang waren, gesunden, und der Darm der Giraffe ist vollends 76 Meter lang! Beim Menschen kann die Länge dieses Verdauungsorgans sich sehr verschieden gestalten.
Anatomische Untersuchungen ergaben, daß die Darmlänge bei den Deutschen zwischen 5 und 10 Metern, bei den Russen zwischen 6 und 12 Metern schwanken kann. Die Länge des Körpers hat darauf keinen Einfluß, ebenso- wenig die Rasse; die Ernährungsweise muß wohl maßgebend sein.
Das neue Ae- dajahaus. (Zu der nebenstehenden Abbildung.) Selten hat eine alpine Feier so weitreichendes Interesse gefunden wie die Eröffnung des von der Älpenvereins- seltion Bamberg erbauten Schutzhauses auf dem Fedajapaß. Zwei Momente kommen dabei in Betracht. Erstens die herrliche Lage im Herzen der berühmten Dolomiten, 2042 Meter über dem Meer auf einem Punkt, wo die grellsten alpinen Gegensätze in ergreifender Großartigkeit aneinander
Vom Telephonkabel durch den Bodensee.
Der Kabeldampfer unterwegs.
Bambergerhaus auf dem Fedajapaß mit Marmolata.
prallen. Der Paß selbst bildet eine idyllische blumenbesäte Mattenfläche, im Süden aber blinken die Gleicher und Firnfelder der Marmolata (3344 Meter), der „Königin der Dolomiten", und neben ihr schwingt sich der trotzige Vernel (3208 Meter) mit seinem schauerlichen Plattenschuß und seiner unnahbar scheinenden Spitze auf. Gegen Norden aber lagen: breit und massig die Padonberge mit ihren schwarzen, bizarr geformten, aus vulkanischen: Gestein bestehenden Gipfeln. Über sie zieht sich der „Bindelweg" hin, der schönste Höhenweg der Dolomiten, der nach dem verdienten Obmann der Alpenvereinssektion Bamberg, Or. Bindel, benannt worden ist. Auf der Südseite führt ein hochinteressanter Touristenweg über den Westgrat der Marmolata zum Kontrinhause hinab. Und inmitten all dieser alpinen Herrlichkeiten liegt das neue Schutzhaus- Aber auch in nationaler Beziehung bedeutet es einen hochwichtigen Stützpunkt, denn in diesem Gebiet kämpfen die Deutschen und die mit ihnen Verbündeten Rätoladiner auf wirtschaftlichem Feld einen schweren Kampf gegen die irredentistischen Italiener. Das Fedajahaus enthält innerhalb seiner massiven Mauern 25 Touristenzimmer mit 48 Betten, außerdem viele Nebenräume; auch hat es eine eigene Trinkwasserleitung und eine 100 Quadratmeter große Veranda mit herrlicher Aussicht. Zu der Eröffnungsfeier am 5. d. Mts. halten sich über 300 Touristen eingefunden. Man unternahm dann eine Massenbesteigung der Marmolata.
Kabellegung durch denModensee. Unser nebenstehendes Bild führt an den Bodensee, wo kürzlich zwischen Romanshorn und Friedrichshasen das erste Telephonkabel im Wasser versenkt wurde. Mehrere Versuche mußten zuvor unternommen werden, ehe es der Firma Siemens L Halste gelang, die von der württembergischen, bayrischen und schweizerischen Telegraphenverwaltung ihr übertragenen Arbeiten nach dem System des Professors Pupius auszuführen — wir sehen das Schiff, das von einer Baggermaschine begleitet wird, in voller Tätigkeit. Am 9. August d. I. wurde das Kabel in einer Maximaltiefe von 250 Metern festgelegt.
Was eine Wrücke in tzyina kostet. Auf Anregung des P. Rens Desnos wurde jüngst in der chinesischen Provinz Nganhoei von der Behörde eine Brücke über einen reißenden Bergstrom gebaut. Diese Brücke steht auf neun Doppelpfeilen:, die zehn Bogen von je 24 Tschih Spannweite tragen. Sie ist aus Holz und Steinen errichtet, die zum Teil aus weiter Ferne hintransportiert werdenmußten. Pater Desnos hat nun genau berechnet, was diese Brücke kostet. Die Handlanger erhielten 110 Sapeken (27V2 Pfennig) Tageslohn, Zimmer- leute und Maurer je 321 / 2 , die Lastträger b:s 30 Pfennige täglichen Lohn. An Lohn wurden im ganzen 272 980 Sapeken bezahlt, der Wert der Rohmaterialien beläuft sich auf 70 050 Sapeken. Die Brücke kostet also alles in allem 343 030 Sapeken, oder nach unserm Geld rund 858 Mark! In Frankreich würde die gleiche Brücke nahezu zwölfmal soviel kosten.
Müller, Bozen, Phot.
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