Heft 
(1906) 51
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strenger Winter. Verschiedene Forscher haben in Anbetracht dieser Tat­sachen angenommen, daß die Dicke des Jnlandseises, das das Innere von Grönland bedeckt, 1000 Meter und mehr betrage. Man stellte ferner die Behauptung auf, daß die Mächtigkeit der Eisdecke, die sich während der Eiszeit über einen großen Teil von Europa und Asien ausgebreitet hatte, gleichfalls 1000 und vielleicht sogar 2000 Meter gemessen habe. Dagegen wendete sich neuerdings der amerikanische Geologe H. L. Schwarz. Nach seiner Meinung habe man bei diesen Annahmen den Druck außer acht gelassen, der durch solche Eisberge erzeugt wird. Er entwickelt Wärme, die beim Anwachsen der Eisberge so groß werden muß, daß schließlich das Eis, das den Fuß der Berge bildet, über feinen Schmelz­punkt erwärmt wird. Dies soll nach Angaben von Schwarz bereits geschehen, wenn die Eisdecke eine Mächtigkeit von etwas über 500 Meter erreicht hat. Da die Erde aus ihrem Innern Wärme abgibt, kann das Schmelzwasser nicht wieder gefrieren. Somit wären etwa 600 Meter die äußerste Grenze für die Möglichkeit der Eisdecke selbst in den käl­testen Polarländern. In der Tat grenzen die höchsten Eisberge, die

erst in New Aork geöffnet wird. Auch dieFlaschenfüllung" des Tauf- wassers erfolgt in den geschlossenen Lagerräumen derInternational Niver Jordan Water Co. New Uork City", und da es gleich am Strom schon gekocht und filtriert worden ist man sieht, wie prächtig sich die Ansorderungen moderner Hygiene mit denen der Pietät vereinigen lassen! so kann die Gesellschaft auch jür absolute Reinheit garantieren? 53 Fässer von je 600 Kilo sind, mitTaufwasser" gefüllt, ausgeführt worden genug, um Tausende von Kinderköpfchen mit demheiligen" Naß zu netzen!

Are Deutschen aus Kuöa. DiePerle der Antillen", die größte der westindischen Inseln, steht wiederum im Vordergrund des Interesses der Amerikaner, aber auch für Deutschland sind die Zustände, die dort jeweilig herrschen, von Bedeutung. Haben doch schon feit Jahren große deutsche Firmen auf der Insel einen weiten Grundbesitz erworben, Tabakplanlagen, die zu den allerbesten zählen. Die deutschen Kapital­anlagen auf Kuba belaufen sich überhaupt auf etwa 73 Millionen Mark, und es gibt dort 25 deutsche Handelshäuser und gegen 20 Kommissionsfirmen. Gegenwärtig leben auf Kuba etwa 380 Reichs­

Verschiffung von Wasser aus dem Jordan.

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marr wirklich gemessen hat, an diese Höhe. Dagegen ist die Eisdecke, die ein Winter erzeugen kann, sehr gering. Nach Nansens Beobach­tungen in den Nordpolarregionen hat die Mächtigkeit des frischgefrorenen Eises nie mehr als 4 Meter betragen. ' -

Jordanwasser". (Zu der obenstehenden Abbildung.) Ame­rikanischer Unternehmungsgeist hat am Jordan einen recht eigenartigen und ganzamerikanischen" Betrieb ins Leben gerufen: das geheiligte Jordanwasser, das früher von frommen Pilgern unter unsäglichen Müh- salen und Gefahren in kleinen Fläschchen mit in die Heimat gebracht wurde, das wird jetzt tonnenweise aus dem ehrwürdigen Strom geschöpft und über den Ozean versandt. Unser Bild führt mitten in das geschäftige Leben und Treiben hinein. Türken, Araber, Griechen, Ägypter, Syrier, Beduinen und Amerikaner haben sich an der Stelle zusammengefunden, an der Jesus Christus nach dem Zeugnis der Gelehrten einst d:e Taufe empfing. Neben der Fahne des Propheten weht dasSternenbanner", neben dem jungen Obersten Nadaud in der Arbeitsuniform eines Kentucky- obersten stehen der weißbärtige Peter Maximos vom St. Johannes­kloster und Ali Riza, der Gouveneur des Jericho- und Jordandistrikts, auf daß alles ordnungsmäßig zugehe. Die kleinen Aankees dürfen also von derEchtheit" des sicher recht kostbaren Taufwassers überzeugt sein, zumal jedes Faß an Ort und Stelle mit dem Stempel versehen und

ungehörige, darunter etwa 200 Erwachsene männlichen Geschlechts; die meisten von ihnen sind Kaufleute, andere Techniker und Handwerker, während deutsche Ackerbauer nur vereinzelt auftreten. In Havanna, der Hauptstadt des Landes und dem Mittelpunkt des Handels, befindet sich die bedeutendste deutsche Kolonie in Westindien. Während der Wirren des spanisch-amerikanischen Kriegs ist in ihrem Schoß der Entschluß gereift, eine deutsche Schule zu gründen. Sie wurde in der Tat schon am i. Dezember 1898 eröffnet und hat sehr schnell einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Sie ist die einzige deutsche Schule auf den Antillen und ist auch insofern eine Vorkümpferin für das Deutschtum in den fernen Gebieten, als sie bestrebt ist, auch den fremden Nationalitäten deutsches Wesen und deutsche Bildung nälerzubringeu.

Hin neuer Aornan von W. Keimöurg. Es ist uns eine besondere Freude, unseren Lesern heute schon mitteilen zu können, daß W. Heimburg, die gefeierte Romanschriftstellerin, deren Verehrer und Verehrerinnelt, soweit die deutsche Zunge klingt, nach Hnnderttausenden zählen, einen neuen, großen Roman vollendet hat. W. Heimburgs Roman:Wie auch wir vergeben . . ." wird als erstes Werk des kommenden Jahrganges derGartenlaube" erscheinen.

Ull'lll' /II I I ' Mit der nächsten Nummer schließt das letzte Quartal dieses Jahrgangs derGartenlaube"; wir

ersuchen die geehrten Leser, ihre Bestellung auf das erste Quartal des Jahrgangs iyo? schleunigst aufgeben zu wollen. Die Kosterbonnenten machen wir noch besonders darauf aufmerksam, daß der Bezugspreis (2 Mark für die Ausgabe ohneWelt der Frau", 3 Mark 25 Pf. für die Ausgabe mitWelt der Frau") bei Bestellungen, die noch Beginn des Vierteljahrs bei der Post aufgegeben werden, sich um tO Pfennig erhöht.

Einzelne Nummern bezw. Hefte derGartenlaube" liefert auf verlangen aegen Einsendung von 25 bezw. 55 Pfennig in Briefmarken direkt franko die Verlagshandlung: 6vN8t News stsacbfotgeV 6. m. b. Id. in ^eipÄg.

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