einem schrägen Bergeshange hingehen, was bekanntlich anderen Thiereu, welche uns sonst in der Schnelligkeit weit übertreffen, z. B. den Pferden, außerordentlich schwer wird. Auf der anderen Seite erfordert freilich die Beweglichkeit in diesen: Gelenke Vorsicht beim Gehen auf unebenem Boden, indem gerade in diesen: Gelenke das berüchtigte Umschlagen des Fußes stattfindet.
Nach vorn artikuliren die beiden Knochen, das Sprungbein mit dem Kahnbein und das Fersenbein mit dem Würfelbein. In der Gelenklinie zwischen diesen vier Knochen findet hauptsächlich die Bewegung des Fußes um die verticale Achse, das Aus- und Einwärtswenden der Fußspitze Statt.
Die letzten drei Knochen der Fußwurzel, die keilförmigen Knochen, haben untereinander, so wie mit den übrigen Knochen so feste Gelenkverbindungen, daß keine nennenswerthe Bewegung in ihnen stattfindet. Wie ihr Namen andeutet, haben sie ohugefähr die Gestalt der Schlußsteine eines Gewölbes, d. h. sie sind oben breit und laufen nach unten spitzer zu. Auch die fünf Mittelsußknochen (AlstatarsnL) sind so fest mit einander und mit den drei Keilbeinen und den: Würfelbeine verbunden, daß in ihren Gelenken nur eine federnde Bewegung beim Auftreten möglich ist.
Diese zwölf Knochen sind nun so ineinandergefügt wie die Steine bei einem Gewölbebogeu. Das Gewölbe ist convex von^vorn nach hinten und von innen nach außen. Die Stützpunkte gegen den Fußboden sind der Fersenhöcker und die Köpfchen der Mittelfußknochen, die Ballen des Fußes. Zwischen diesen Stützpunkten liegt die Höhlung der Fußsohle. Während aber bei einen: Gewölbebogen unnachgiebiger Mörtel die einzelnen Steine untereinander verbindet, vereinigen hier zahlreiche, sehr feste aber elastische Bänder die Knochen miteinander. Sie sind fäinmtlich so angeordnet, daß sie' die Wölbung des Fußes bewahren. In demselben Sinne unterstützend wirkt eine breite, sehnige Membran, die Sohlenaponeurose, welche vom Ferfenhöcker an sich wie eine Sehne zum Bogen unter der Höhlung der Sohle hinstreckt. Zwischen dem Skelette und ihr liegen die Nerven in der Fußhöhlung ganz geschützt, so daß sie beim Auftreten nicht leiden, während bei den unglücklichen Plattsüßigen jedes Auftreten mehr oder weniger schmerzhaft ist.
Durch diesen Bau ist der Fuß in: Stande das Gewicht des Körpers zi: tragen, ohne von demselben platt gedrückt zu werden. Durch die Gewölbe- structur wird bewirkt, daß die von oben eiufallende Last sich von Knochen zu Knochen sortpflanzt, ohne aus die Verbindungen der Knochen einen lästigen Druck auszuüben. In Folge der elastischen Bandverbindungen federt den Fuß beim Auftreten in seinen sümmtlichen Gelenkverbindungen, wodurch natürlich eine viel größere Elasticität beim Gehen entsteht, als wenn er aus einem festen, unnachgiebigen Gewölbe bestände. Bei jeden: Auftreten wird daher der Fuß etwas länger und etwas breiter, federt aber beim Emporheben durch die Elasticität seiner Bandverbindungen wieder in die alte Form zurück.
An die Mittelfußknochen schließen sich nach vorn die fünf fingerartigen Zehen. Nach Hyrtl's passendem Vergleiche schmiegen sie sich wie elastische Druckfedern den: Boden an und gewähren uns daher beim Stehen und Gehen