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Hans Hoffmann in Stettin.
schade, es geht doch nicht, denn Don Elemente hat ein schweres Unheil prophezeit, wenn wir dem Walten Gottes eigenmächtig vorzngreisen wagten".
„Wie aber, wenn nicht Ihr und er, sondern ich es wäre, der hier Vorgriffe, wie sollte euch da ein Unheil treffen? Mir aber scheint es sogar, als würde ich vielmehr nur einem gütigen Wink der Vorsehung folgen: dürfen wir es denn nicht als einen solchen Wink betrachten, daß gerade ich ein Arzt, durch einen scheinbaren Zufall Euch gefunden und den Zustand seiner Augen entdeckt habe?"
„Das möget Ihr am besten mit Don Elemente weiter bereden; doch ich weiß nicht, ob er's erlauben wird; ich möchte es ja so gern, aber ich wage es nimmermehr".
Nun, ich merkte, daß das Eis so ziemlich gebrochen war und daß es nur auf mich ankam, mit Energie und Eile vorzugehen. Ich empfahl ihr deshalb dringend, gegen ihren Mann, und vorkommenden Falls besonders auch gegen Don Elemente über meinen Vorschlag zu schweigen, und stellte ihr einen erneuten Besuch nach einigen Stunden in Aussicht.
Es schien, als ob sie das lieber nicht gehört haben wollte, denn sie entschlüpfte mir mit einem kurzen, aber sehr ehrfurchtsvollen Abschiedsgruß, und ihre Bewegung hatte etwas von der Hast des bösen Gewissens.
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Es ward mir nicht schwer, unten in der Stadt die nöthigen Instrumente und sonstigen Mittel zu beschaffen, und nach wenigen Stunden betrat ich in Begleitung des dort ansässigen alten Arztes das Haus des jungen Ehepaares. Es gelang uns ohne große Mühe, den Blinden unvermerkt zu narkotisiren; denn dies erschien mir das Gerathenste, um nicht etwa auch noch von seiner Seite auf verblendeten Widerstand zn stoßen. Carmela drückte sich wunderlich umher, zwischen ängstlicher Scheu und hoffnungsvoller Neugier schwankend.
Der Schnitt war glücklich, und ich durfte mit Bestimmtheit auf einen glücklichen Erfolg der Operation rechnen. Ich legte eine feste Binde um die neueröffneten Augen, verdunkelte das Zimmer, so gut es ging, für alle Fälle, und verpflichtete Carmela, auf's Strengste zu verhüten, daß er die Binde vor der Zeit löse. Als er aus der Betäubung erwachte, vermochte ich ihn unschwer zu überzeugen, daß er von einer plötzlichen Krankheit befallen sei und nothwendig einige Tage das Bett hüten müsse — das der Chloroformnarkose folgende Unwohlsein machte diese Angabe plausibel genug. —
Die Tage gingen hin, Carmela waltete ihres Wächteramtes mit Klugheit und Treue, und endlich erschien die Stunde, da ich die Binde zum ersten Mal entfernen konnte. Carmela verschwand jetzt auf einmal hastig aus dem Zimmer und ließ mich allein mit dem geheilten Blinden: denn eine kurze Untersuchung lehrte mich, daß das Werk gelungen und seine Augen gesund waren.