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Die Sklaverei ist aber auch, wie wir oben schon sagten, in der Türkei nothwendig, um die regierende Dynastie zu erhalten. Nach den Gesetzen des ottomanischen Reiches darf der Sultan, welcher Mohammeds Stellvertreter ist, sich nicht mit einer seiner Unterthaninnen verheirathen. Woher soll er nun seine Weiber erhalten, um das Harem zu füllen? Es kann nur mit Sklavinnen geschehen, und diese Regel erstreckt sich auch aus die Prinzen von „Geblüt".
Die Geschichte des ottomanischen Reiches kennt nur einen einzigen Fall, in welchem von dieser Regel abgewichen wurde, als nämlich der Sultan Orchan Theodora, die Tochter des byzantinischen Kaisers Cantacuzeuo, heirathete. Doch damals war die türkische Dynastie noch nicht regelrecht festgestcllt und der Sultan führte noch nicht den Titel „Stellvertreter des Propheten". Aus diesem Staatsgrunde ist die Sklaverei eine Nothwendigkeit in der Türkei, und wenn nicht ein neues System eingeführt wird, müssen der Sultan und die kaiserlichen Prinzen die ersten Käufer auf dem tscherkessischen Sklavenmarkt bleiben.
Nachdem wir so über Angebot und Nachfrage in diesem schmachvollen Handel Auskunft gegeben haben, erübrigt es noch, über die Art und Weise zu sprechen, wie dieser Handel in Konstantinopel geführt wird, wo es zwei Sorten von Sklavenhändlern gibt, die gewerbmäßigen und die gelegentlichen Liebhaber. Die erfteren find Tscherkefsen, schon zum Theil aus der Zeit vor der Einwanderung in der Vorstadt Tophaneh angesessen, wo die meisten Geschäfte gemacht werden.
Sobald eine frische Sendung von Mädchen angelangt ist, werden Mäklerinnen in die Häuser der „Amateur-Sklavenhändler" — die Damen des kaiserlichen Palastes und der hohen türkischen „Aristokratie", die Frauen Ali Paschas, Hassein Paschas re. — abgesandt. Diese hohen Damen fahren nun zu dem Händler und inspiciren mit Kennerblick die zum Verkaufe ausftehenden Mädchen. Was ihnen gefällt, wird gekauft und mit nach Hause ins Haren: genommen. Dort erfolgt nun eine einige Jahre dauernde Erziehung; die Mädchen lernen türkisch, ja zuweilen etwas Pianoklimpern, und damit steigt natürlich ihr Preis. Um sie dann an Liebhaber unterzubringen, werden allerhand Kniffe gebraucht; man fährt mit dem Mädchen, die nur den allerdurchsichtigften Schleier tragen, spazieren, zeigt sie bei allen Gelegenheiten und erwartet dann ein Angebot.
Dieser Handel wird, wie gesagt, von den großen Damen Stambuls betrieben, und manche derselben ist durch denselben reich geworden. Es ist ein profitables Geschäft. Ein zehu- oder zwölfjähriges Mädchen wird für 2000 Mark gekauft und dann mit gehörigem Aufschlag abgegeben, nachdem sie „erzogen" worden ist. Um über die Richtigkeit meiner Angaben keinen Zweifel aufkommen zu lassen, setze ich die Preisliste der tscherkessischen Sklavinnen hierher, welche von Frau Atidscheh Chanum Effendi, der Mutter des ehemaligen Gesandten in Petersburg, Riza Bey, verkauft wurden. Sie erhielt für Dschemalifer, verkauft an Jlamih Pascha, 20,000 Mark; für Ainifer, verkauft an einen ägyptischen Bey, 15,000 Mark; für Andelib, verkauft an Rifaat Pascha, 13,000 Mark; für
Frenkistu 15,400 Mark; für Dilber 3800 Mark; für Asitab, verkauft an Mahmud Pascha in Tunis, 12,000 Mark.
Es ist eine bekannte Thatsache, daß Behieh Chanum, die Frau des früheren wohlbekannten türkischen Premierministers Fuad Pascha, den Sklavenhandel in noch weit größerem Maßstabe betrieb. Obgleich ich hier nicht so schlagende Beweise beizubringen vermag wie bei der vorigen Dame, so kann ich doch eine Geschichte erzählen, welche in Stambul stadtkundig indirekt meine Aussage bestätigt. Frau Behieh Chanum unterhielt Verkehr mit einer Chodscha, einer Zauberin, die übernatürliche Kräfte besitzen sollte. Von dieser ließ sie sich ein Zanberhemd geben, welches die Macht besaß, feine Trägerin unwiderstehlich zu machen. Die zum Verkauf stehenden Mädchen mußten dies Hemd anziehen, wenn ein Pascha oder Bey zur Inspektion kam, und es soll seine Wirkung gethan haben!
Die Händler beschränken ihr Absatzgebiet nicht allein auf die europäische Türkei, sondern suchen es auch in anderen mohammedanischen Gebieten: in Aegypten, Tunis, Tripolis. Der kaiserliche Palast aber bleibt der beste Abnehmer. Ein Mädchen, das einmal dorthin verkauft wurde, kann niemals weiter verschachert werden, da es unter der Würde des Thrones ist, daß jemand, der einmal Prinzen bediente, nun wieder gemeine Sterbliche bedienen sollte. Was männliche Sklaven betrifft, so ist heute wenig Nachfrage nach ihnen und nur, wenn ein Prinz einen Spielkameraden braucht, wird ihn: ein tscherkessischer Knabe gekauft.
Im allgemeinen ist das Loos, welches die tscherkessischen Mädchen erwartet, kein so glückliches, wie man vielleicht denken mag. Wie kann es aber auch anders sein, wenn Eifersucht, Einschließung und Unbildung ein glückliches Hausleben unmöglich machen? Jede will bei dem Herrn die erste und beste sein, es entstehen Zwistigkeiten, und ein Mord als Schlnßdrama ist nicht gerade selten. Ich kenne eine Geschichte von der Art. Das Opfer war ein Mädchen namens Jildis, das brutal geschlagen und von der eifersüchtigen Iran in einem unterirdischen Raume eingesperrt wurde, wo das arme Geschöpf nie wieder das Sonnenlicht sehen sollte.
Am glücklichsten sind jene Mädchen daran, welche in das kaiserliche Serail kommen, wo dann die eine oder andere bis zur Sultanin avaneiren kann; die meisten aber verlassen nach einigen Jahren das Serail schon wieder und werden an Offiziere oder Staatsbeamte verheirathet. Obgleich gerade die aus dem Serail kommenden Frauenzimmer für sehr leichtsinnig gelten, finden sich doch genug Leute, welche wegen der damit verknüpften Protektion sie hcirathen.
Ich will mit einer kleinen Geschichte schließen, welche uns das ganze Elend dieses Menschenhandels, mit seiner Vernichtung aller natürlichen und sittlichen Gefühle vor Augen führt. Eines Tages erschien ein alter Tscherkesse vor den Thoren des Palastes, in welchem das zweite Weib des früheren Sultans Abdul Medschid residirte. Der alte Mann gab an, er sei der Sultanin Vater und bat, seine Tochter noch einmal vor seinem Tode sehen zu dürfen. „Ich will den Menschen nicht sehen, der sich kein Gewissen daraus machte, mich als Sklavin zu verkaufen," lautete der Bescheid der Sultanin.
Are WuLtergotteserscheinungen in Aittrichsrrmtde. *)
Von einem Katholiken.
Nachdruck verboten. Ges. v. 11./VI. 70.
Der Kreis Allenstein des Königsberger Regierungsbezirkes bildet den südlichsten Theil des Bisthums Ermeland, welches bei dem Katholizismus verharrte, als die umliegenden Landschaften des Hochmeisterlandes sich der Lehre Martin Luthers zuwandten. Der katholischen Lehre ist die katholische Enclave bis auf den heutigen Tag treu geblieben; Protestanten, kaum ein Elftel der Gesammtbevölkerung, sind erst seit der Besitznahme durch Friedrich den Großen eingewandert, während ihnen unter der polnischen Oberhoheit die Ansiedelung, ja selbst der
längere Aufenthalt im Lande untersagt war. Man findet sie heute in stärkeren Gruppen unter den Gewerbtreibenden der Städte, zahlreich unter den größeren Grundbesitzern, dagegen nur vereinzelt auf den Dörfern, welche mithin noch immer als ausschließlich katholisch bezeichnet werden müssen.
In ähnlicher Weise stabil wie die religiösen sind auch die sprachlichen Verhältnisse auf dem Lande geblieben. Es ist richtig, daß, wie in Ostpreußen überall, so auch im Ermelande, die deutsche Sprache die Familiensprache aller Gebildeten ist
ch Wir machen unsere Leser aus diesen Bericht eines Mannes, dessen Charakter, gesellschaftliche Stellung und Konfession alle irgend wünschenswerthen Garantieen für ein vorsichtiges und besonnenes Urtheil bieten, und der aus eigener Anschauung berichtet, noch ganz besonders aufmerksam. D. Red.
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