Heft 
(1878) 02
Seite
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und auch von den niederen Klassen allgemein verstanden wird. Während aber im übrigen Ostpreußen von Jahr zu Jahr mehr protestantische Gemeinden die deutsche Sprache den bis dahin beim Gottesdienste gebrauchten Manischen oder masurischen Dialekten substituiren, ist hier die Sprachgrenze in hundert Jahren kaum einen Schritt nach Süden vorgerückt; das aber lediglich, weil die katholische Kirche in starrer Konsequenz und oft dem wirklichen Bedürfnisse entgegen, an der polnischen Kirchensprache festhält, wo sie vor hundert Jahren bestanden hat, obgleich die Pfarrer selbst fast überall der deutschen Na­tionalität angehören. Trotz der Gleichheit des religiösen Be­kenntnisses findet sich daher doch ein großer Unterschied zwischen dem deutschen und dem masurischen Theile des Ermelandes. Der deutsche Theil, etwa fünf Siebentel des Ganzen umfassend, unterscheidet sich kaum in etwas von den anliegenden protestan­tischen Gegenden. Umgekehrt zeigt der masurische Theil, welcher etwa zwei Drittel des Kreises Allenstein in sich begreift, eine Bevölkerung, welche seit Jahrhunderten vernachlässigt, ab­geschlossen, im Verkehr bis vor kurzem auf sich selbst ange­wiesen, auch erst in neuerer Zeit angesangen hat, den Willen zum Vorwärts kommen in sich selbst zu finden. Wie zähe die masurischen Ermeländer am Alten hängen, beweisen die fast durchweg hölzernen Häuser, die immer wieder erneuerten ! Strohdächer und die wenigen gut bestellten Aecker. Hand in Hand mit diesen Uebelftänden geht dagegen eine ziemlich derbe Unsittlichkeit, Hang zum Branntwein und eine überaus weit­getriebene Bigotterie.

Wie groß die letztere gewesen ist und sie hat seitdem nur noch zugenommen zeigt ein Vorfall in dem Dorfe Dittrichswalde, mit seinen 700 Einwohnern eines der größten des Allensteiner Kreises.

Hier war vor etwa 16 Jahren ein Herr von Oppenkowski Pfarrer und waltete seines Amtes als treuer Katholik, aber auch iu christlich milder Weise ohne Zelotismus und Intoleranz. Gerade dadurch zog er sich indessen das Mißtrauen und die Feindschaft einer gewissen Sorte von Frömmlerinnen zu, welche im masurischen Ermelande, namentlich aber im Kirchspiel Ditt­richswalde, von alter Zeit her typisch gewesen sind.

Es sind das alternde Mädchen und Wittwen, in auf­fallender Weise von dem Uebel der Schwerhörigkeit heimgesucht, welches sie zwingt, die Beichte anstatt im Beichtstühle in der Sakristei sich abhören zu lassen. Die polnische Sprache hat für eine solche Betschwester ein eigenes Wort und nennt sie cksvvotRa", die Devote, und alsWottke" ist diese Bezeichnung auch in die Umgangssprache der Deutsch-Ermeländer über­gegangen. Eine solcheWottke" nun denunzirte beim Bischof gegen den Pfarrer von Oppenkowski, er habe während der Beichte in der Sakristei ein Attentat gegen sie verübt.

Die Aussagen eines jungen Kaplans und einiger Devoten lauteten nicht günstig für den Pfarrer, die Denunziantin beschwor ihre Aussage, und am Schluffe der höchst leichtfertig geführten Untersuchung wurde der unglückliche Mann zur Amtsentsetzung und zu einer längeren Strafhaft im Kloster Springborn ver- urtheilt. Vergebens betheuerte er seine Unschuld, umsonst sprach sich die allgemeine Volksstimme für ihn aus, nutzlos blieb die Verwendung des besseren Theiles der Gemeinde beim Bischof. Mehrere Jahre trug der Schuldlose bereits Schande und Strafe, als auf dem Todtenbette jene Denunziantin das ganze schänd­liche Komplott und den Meineid eingestand, ersonnen und ge­leistetzur größeren Ehre Gottes", um der Gemeinde einen fröm­meren Pfarrer zu verschaffen.

Während Herr von Oppenkowski starb, ohne in sein Amt wieder eingesetzt zu sein, erhielt die Gemeinde einen Pfarrer- ganz nach Wunsche fromm. Er heißt Weichsel, ist bei Mehlsack im deutschen Ermelande gebürtig und war vor seiner Berufung nach Dittrichswalde Pfarrer im Rösseler Kreise, auch Missions- Pfarrer in Liebenberg an der polnischen Grenze. Von mittlerer Größe, hager, brünett, mit tiefliegenden Augen, entspricht sein Aeußeres der Schilderung eines seiner Amtsbrüder:Be­schränkter leichtgläubiger Geist, zur Schwärmerei geneigt".

Tatsächlich beschäftigt sich Pfarrer Weichsel seit langem mit der Austreibung des Teufels, für welche Handlung er so-

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gar ein vom Bischof approbirtes Formular besitzt; er beschwört ferner den namentlich in Polen noch vorkommenden Weichsel­zopf und ist endlich ein ergebener Jünger der Homöopathie. Hiuzugefügt muß werden, daß außerhalb seines Hauses nie ein Tropfen geistigen Getränkes über seine Lippen kommt, daß er einem Gespräche mit seinen Bauern auf Straße und Feld scheu ausweicht, dennoch aber über die kleinsten Vorfälle in seiner Gemeinde genau unterrichtet ist, Dank dem nie fehlenden Be­suche jenerWottken" im Pfarrhause, in welchem eine Schwester und Nichte des Pfarrers die Wirthschaft führen. Diese Wottken und der von ihnen förmlich tyrannisirte größere Theil der Ge­meinde gehorchen dem Pfarrer unbedingt und aufs Wort. Die wenigen denkenden Mitglieder der Gemeinde und der benach­barte Klerus haben dagegen schon vor Dogma und Konflikt, vor 1870 das Wirken des Pfarrer Weichsel mit einer Mischung von tiefem Bedauern und gerechtfertigtem Spott angesehen.

Im Frühsommer dieses Jahres pilgerte nun Pfarrer- Weichsel nach Marpingen. Zurückgekehrt, nahm er seine Amts­geschäfte wieder auf, zu denen unter anderem die Ertheilung des Religionsunterrichtes gehörte, insbesondere an diejenigen Kinder, welche in diesem Jahre zum ersten Male zur heiligen Kommunion zugelassen werden sollten. In der Schar dieser Kinder befand sich auch die 13jährige Auguste Schaffrinske aus Woritten. Ihr Vater ist todt, ihre Mutter ist in zweiter Ehe an den Jnstmann (Gutsarbeiter) Gramsch verheirathet und lebt in dürftigen Verhältnissen. Auguste zeigt im Aeußereu noch etwas mehr als die gewöhnliche Häßlichkeit slavischer Weiber; die Gestalt ist kümmerlich, das Antlitz braun, stumpf und knochig, der Ausdruck beschränkt in hohem Grade und nur in den Winkeln der braunen Augen lauert ein Zug von Verschmitztheit. Gelernt hat die Kleine so gut wie nichts, denn sie buchstabirt nur höchst nothdürftig ein Wort in ihrem Ge­sangbuche, und in der Christenlehre fehlte es ihr so sehr an Begriff, daß selbst Pfarrer Weichsel, welcher doch sicherlich das Wissen nicht zu hoch stellt, ihr die Zulassung zur Kommunion für dieses Jahr verweigerte.

Diese Zurückstellung mußte nun doppelt schmerzlich Mutter wie Tochter berühren. Einmal um der Schande willen gegen­über den Genossinnen, dann aber auch aus dem sehr materiellen Grunde, weil das Mädchen nun noch mindestens ein Jahr warten mußte, bevor es in Dienst gehen und dadurch die Eltern von der Last ihres Unterhaltes befreien konnte. In dieser Noth gab eine Wittwe im Dorfe Dittrichswalde, eine jener Devoten, bei welcher das Kind täglich ein- und aus­ging, diesem den Rath, nicht etwa fleißig zu lernen, sondern fleißig zu beten, doch nicht etwa zu Gott, sondern zur aller­heiligsten Schutzpatronin von Dittrichswalde, zur Jungfrau Maria. Das mag dann das Kind mit der vollen Inbrunst eines zum ersten Male im Leben tief geängsteten Herzens ge- than haben, und aus diesem Keime entwickelte sich nun ein Vorgang, welcher nachstehend geschildert werden soll, wie er unter den Fragen des Pfarrers und seiner Assistenz von dem Kinde angegeben worden ist. Denn die Auguste Schaffrinske selbst ist, wie hier gleich bemerkt werden muß, geistig viel zu tief stehend, als daß sie aus sich selbst die Erzählung irgend eines Vorfalles zu Wege bringen sollte, welcher über den Kreis der gewöhnlichen ländlichen Ereignisse hinausgeht. Sie zieht es bei weitem vor, Ja und Nein, höchstens das denkfaule slavi- sche M -nllsm (ich weiß nicht) zu antworten und ein halbwegs erfahrener Untersuchungsrichter würde aus ihr das Geständniß eines verübten Mordes mit Ja und Nein herausbringen.

Bleiben wir indessen bei derAussage" der Auguste Schaffrinske, so ist ihr zunächst die heilige Jungfrau im Schlafe erschienen und hat ihr tröstend zugesprochen:Weine nicht, ich werde dafür sorgen, daß Du zur heiligen Kommunion zu­gelassen werden wirst."

Am Morgen nach dieser Traumerscheinung machten sich Mutter und Tochter auf den Weg, um bei dem Pfarrer eine letzte Bitte zu versuchen, und warfen sich nach alter Gewohn­heit vor einer Mariensäule nieder, welche auf dem Kirchhofe unweit von Kirche und Pfarrhaus steht. Während des mecha­nisch gemurmelten Gebetes hafteten die Augen des Kindes so