war keines von beiden, sondern, wie schon sein Großvater, Advokat am Parlament von Marseille. Seine Mutter war eine Tochter des Depntirten des Marseiller Handels zu Konstantinopel, Amie. Adolf Thiers war das einzige Kind dieser Ehe. Nichts deutete doch in den äußeren Verhältnissen auf eine große politische Zukunft. Aber die Revolution und das Kaiserthum hatten jene Egalito geschaffen und groß gezogen, die dem Soldaten den Marschallstab in den Tornister legen und dem Bürgersohne die Aussicht auf ein Ministerportefeuille mitgeben konnte. Auf dem Lyceum und der Rechtsschule seiner Vaterstadt vorgebildet, wo er als Führer der Rothen, der republikanischen Partei, gegen die Weißen, die Legitimisten stritt, nicht glücklich in den Anfängen seiner Advokatenpraxis, siedelte er 1820 nach dem politischen Centrum, nach Paris über, wohin alle strebenden Talente des Landes wie instinktiv den Weg suchen. Ihm folgte sein Studienfreund Mignet, wie er selbst später der Geschichtsschreiber der Revolution, der jetzt um den Heimgegangenen größeren Freund trauert.
Der junge, durch Kopf und Feder so hochbegabte Republikaner schloß sich mit genialer Selbstzuversicht der Opposition gegen das restaurirte Königthnm an. Seit 1789 schwankte das Land zwischen der Liberts der Revolution und der Gloire des Kaiserreichs, das erstere Gut auf Jahre über dem Glanz des andern vergessend.
Thiers wurde von einem Depntirten der Opposition Manuel mit den Hauptvertretern seiner Richtung bekannt gemacht und nahm seit 1824 an der Redaktion des „Constitutionel", damals des einflußreichsten Oppositionsblattes, durchschlagenden Antheil. Auch in diesem Sattel saß er bald fest. Schlagfertig und scharf, von einer vor keiner Aufgabe zurückschreckenden Wißbegier, drang er ebenso rasch in die realen Fragen der Politik wie in die idealen der Kunst und Literatur ein. Mit Armand Carrel, dem spröden Republikaner, mit Mignet und anderen gründete er dann im Jahre 1828 den „National", das Organ der gemäßigten, s. g. amerikanischen Republikaner. Bald zogen sich in der Schwüle der Regierung Karls X die politischen Wolken zu dem Unwetter zusammen, das sich in der Julirevolution entlud. Kein Blatt — und Thiers war die Seele dieses Blattes — hat so viel zum Widerstand gegen Polignacs Juliordonnanzen beigetragen als der „National", ans dessen Redaktivnszimmern der erste Aufruf zum Kampf hervorging. Dem jungen Journalisten übertrug man die Abfassung des Protestes sämmtlicher Oppositionsblätter. Er verlangt darin eine Regierung nach englischem Muster, wenn nicht, eine Republik nach amerikanischem Zuschnitte. Auf den Boden des Handelns gestellt, verflog ihm rasch der republikanische Enthusiasmus vor den harten Forderungen der Wirklichkeit. Gerade Thiers erkannte den Mittelweg zwischen den Bourbons und der Republik, die Aufrichtung des Bürgerkönigthums als den richtigen und möglichen. Er entwarf die Proklamation, welche den Herzog von Orleans als Regenten empfahl. Aus dem geistreichen Journalisten wurde ein Staatsmann, der mit Ueberfliegung untergeordneter Thätigkeiten und ohne jede administrative Vorschule sofort als Mitglied des Staatsraths und als Generalsekretär der Finanzen seine praktische Laufbahn begann. Bald stand er, ein Gleicher unter Gleichen, inmitten der Berühmtheiten der Epoche. Talleyrand, der große Diplomat, Baron Louis, der erste Finanzmann, Rümusat, Casimir Pürier u. a. schenkten ihm ihre Freundschaft.
Aber allerdings nicht blos der Journalist war es, der die Augen der Nation wie des neuen Regiments auf sich gezogen hatte; Thiers stand auch als Schriftsteller bereits unter den ersten seines Volks. Im frühesten Mannesalter machte er sich mit der alles wagenden kecken Zuversicht, die ihm eigen war, an den größten historischen und politischen Stoff der Neuzeit; in vier Jahren entstand die Geschichte der Revolution, von deren Anfängen bis zum 18. Brumaire 1799, dem Sturz der Direktorialregiernng, dies Nationalwerk, welches, in Frankreich selbst in 16 Auflagen verbreitet, mehr als ein anderes die schon einschlafende Erinnerung an jene gewaltige Bewegung wach gehalten hat. Jedes Blatt zeigt des Verfassers eigne Sympathie; die Erzählung der Thatsachen läßt wie transparent die
politischen Lehren dnrchscheinen. Es soll den Epigonen einleuchtend werden, daß die Ideen von 1789, ein Besitz für immer, den unabänderlichen Grund zu dem neuen Frankreich, ja zu den staatlichen Entwickelungen des Continents gelegt haben. Wissenschaftlich, als reine Forschung, hat das Werk weit geringeren Werth. Thiers schöpfte neben den allgemein zugänglichen Quellen vornehmlich aus der mündlichen Ueberliefernng ehemaliger Theilnehmer an der Revolution. Er sagt selbst: psnt- strs 1s inmnsnt oü Iss ootsnrs vorck sxpirsr sst-il 1s xlos proprs n ssi-irs l'bistoirs. Er rühmt den Vortheil, noch diese Greise gehört und beobachtet zu haben, die, ganz voll von ihren Erinnerungen, ganz bewegt von ihren Eindrücken, uns den Geist und Charakter der Parteien enthüllen, so daß wir sie verstehen lernen. Allerdings fügte er behutsam hinzu: „Man kann ihr Zeugniß sammeln, ohne alle ihre Neigungen zu theilen." Aber er selbst war damals am wenigsten der Mann, um sich frei und objektiv zu halten; er „der Sohn und der Vater einer Revolution".
Im Grunde sind es doch trübe Quellen der Geschichtsschreibung, da die Parteimänner von dem Pathos des Selbst- erlebten beherrscht waren und ihre leidenschaftlichen Memorabilien für Geschichte gaben, und das Gegengewicht kritischer Hilfsmittel der Kontrole fehlte bei Thiers. So spiegelt sich auch in seinem Werke noch die ungeheure Aufregung ab, die jene Zeit selbst beherrschte, und eine unabsehbare Masse von Einbildungen, Mythen und Tendenzlügen lagerte sich auch in ihr ab. Deutscher Forschung vor allem war es Vorbehalten, aus den ursprünglichsten Quellen, aus den im Laufe der Ereignisse selbst entstandenen Depeschen, Akten und Korrespondenzen — und zwar nicht blos den französischen — die Wahrheit wieder herznstellen. Aber diese Mängel wurden in den Augen der Franzosen reichlich zugedeckt durch die das Ganze durchwehende Stimmung und Richtung, durch die Nahrung der nationalen Eitelkeit, durch die Gabe der Vergegenwärtigung der Ereignisse und den lebendigen Esprit, - der die Form durchdringt. Hier ist leibhaftes dramatisches Leben; der Autor, selbst sortgerissen von dem Sturm und Drang der Handlung, reißt auch den Leser fort.
So war Thiers in den Dienst des Jnlikönigthums getreten. Sein Wirken, zuerst als Minister, später als einflußreiches Kammermitglied, immer als Redner ersten Ranges, ließe sich nur dann völlig verstehen, wenn man den Hintergrund, die Leidensgeschichte jenes Königsthnms selbst, hier zeich Neu könnte; — das ist unmöglich.
Aber erinnern müssen wir an die dornenvollen Bahnen, die Lonis Philipp in den achtzehn Jahren seiner Regierung zu gehen hatte — vielleicht der schlagendste Beweis der Geschichte für die Wahrheit, daß eine entwurzelte Monarchie wiederaufzurichten die schwerste aller Gründungen ist, und daß Autorität und Pietät sich nicht improvisiren lassen. Es war ein ununterbrochener Kampf der Ordnung und gesetzlichen Freiheit gegen Anarchie und Verschwörung. Fort und fort rekrntirten sich die geheimen Gesellschaften aus den natürlichen Gegnern der neuen Ordnung der Dinge, der legitimistischen, bonaparti- stischen, republikanischen Opposition. Nicht weniger als vierzehn Attentate hatte das Leben des Monarchen zu überstehen; ungestraft war er ein Gegenstand des Hohns und der Verleumdung der Presse, die Zielscheibe zahlloser Karrikaturen. Und doch hat Frankreich nie eine freiere Periode erlebt. Wohl scharten sich die ersten politischen Talente des Landes um den neuen Thron und mühten sich in der Sisyphusarbeit ab, ihn zu befestigen und die Freiheit durch die staatliche Ordnung zu regeln. So der kraftvolle und selbstherrliche Casimir Pürier, so die Männer der Grundsätze, die Doktrinärs, politische Schüler Royer Collards, der makellose und kenntnißreiche Herzog von Brvglie, der gewissenhafte und gelehrte Guizot, der wie Thiers seinen staats- männischen Ruf durch den Glanz des Autorruhms hob. Aber diese Männer hatten nicht blos mit widerstrebenden Volkskräften und Parteigegensätzeu zu kämpfen, der König selbst, der sich das Joch des (schon im „National" ausgesprochenen) Thiers'schen geflügelten Wortes: „1s roi rüZns st ns
gcmvsims xas" keineswegs wollte Überwerfen lassen, ward oft ein nicht minder lästiger Hemmschuh. Klug, argwöhnisch gegen
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