Editorial | 9 Einen tiefen Einblick in verzweigte und komplexe Provenienzgeschichten gibt – anlässlich des 90. Jubiläums der Gründung des Theodor-Fontane-Archivs – Klaus-Peter Möller in seinem Dossier zu jenen Inventaren, mit denen in der Vergangenheit versucht wurde, Ordnung, Struktur und Sinn in die bis heute von Disruptionen, Translokationen und Verbrechen geprägte Fontane-Überlieferung zu bringen. Wichtige Publikationen der Fontane-Forschung nehmen wir im bekannten Rezensionsteil der Fontane Blätter in den Blick. Diesmal bespricht Eber hard Rohse die Habilitationsschrift von Sophia Wege über Fontanes ›Metaphysischen Realismus‹. Matthias Bauer rezensiert einen Sammelband zu ›Grenzüberschreitungen‹ in Fontanes Werk, herausgegeben von unseren italienischen Kolleginnen Claudia Buffagni und Maria Paola Scialdone. Die Dis sertation über Fontane und Menzel von Elke Kalb wird von Sophia Wege kritisch beleuchtet. Und Rolf Selbmanns gesammelte Arbeiten über die Literatur des Realismus bespricht Philipp Böttcher. Vor den Rezensionen steht unsere neue Rubrik ›Journal‹, in der wir künftig Vorträge, Reden, Miszellen, Glossen und Vergleichbares versammeln wollen. Wir eröffnen in diesem Heft mit Gotthard Erlers bewegendem Vor trag zum Emilie Fontane-Geburtstag 2024. In einer Miszelle stellt Georg Wolpert einen Nachdruck von Fontanes Irrungen, Wirrungen in den Dresdner Nachrichten vor. Darüber hinaus drucken wir, erfreut und verbunden mit herzlichen Glückwünschen, die Laudatio Rolf Parrs zur Verleihung des Fontane-Wissenschaftspreises an Roland Berbig sowie dessen Dankesrede anlässlich der Preisverleihung auf dem Sommerfest des Theodor-Fontane-Archivs und der Theodor Fontane Gesellschaft . Wir trauern in diesem Heft um das langjährige Mitglied unseres Redaktionsbeirats Hugo Aust, dem Roland Berbig einen Nachruf widmet. Und wir trauern um Therese Erler, die über viele Jahrzehnte die Fontane-Forschung und die Fontane-Gemeinschaft bereichert hat. Mit den guten-alten-neuen Blättern in diesem sechzigsten Jahr ihres Erscheinens wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, erhellende, erweiternde und öffnende Lektüren Ihre Herausgeber
Heft
(1.1.2025) 119
Seite
9
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