Heft 
(1.1.2025) 119
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Emilie Fontane an Paula Conrad| Herrmann, Millutat | 25 ich höre u. nächste Woche habe ich mich mit Fr. Sternheim 32 verabredet, um Sie noch einmal in dem Stück zu bewundern. Immer, auch wenn ich Sie nur als Künstlerin sehe Ihre beste Freundin Fontane. H: TFA: C 222 16. Emilie Fontane an Paula Conrad-Schlenther,[Berlin], 22. November[1901?] 33 ,[Freitag?] 22. Nov. Liebes Herz. Ich danke Ihnen sehr für den gestrigen amüsanten Abend, nur hätte ich Sie gern länger dabei gesehn! wie wahrheitsvoll war Ihre kleine Scene. Ueber ­haupt Wahrheit! gestern erst habe ich so recht empfunden, wie echt E. Ros ­mers Stück 34 im Vergleich zu der lA. 35 Mache ist. Es war gar zu reizend bei Ihnen u. Sie Beide die anmuthigsten Wirthe. Lange haben wir noch über Ihre interessante Gesellschaft geplaudert u. die uns zum ersten Male vorgestellten Größen kritisiert; der echteste Dichter, der niemals posiert, bleibt doch G. Hauptmann u. lachen Sie mich tüchtig 31 Carl Robert Lessing, Herausgeber der Vossischen Zeitung. 32 Marie Sternheim, enge Freundin der Fontanes. 33 Eine archivarische Notiz auf dem Briefmanuskript gibt als Entstehungsjahr 1901 an. Möglich ist aber auch ein Datum zwischen 1893(siehe Anm. 34) und 1897, vor dem Wegzug Schlenthers aus Berlin. 34 Nicht ermittelt. Die Freie Bühne hatte Ernst Rosmers(d. i. Elsa Bernstein) autobiographi ­sches Drama Dämmerung am 30. März 1893 uraufgeführt(vgl. Paul Schlenthers begeis­terte Rezension Was kann dich in der ›Dämmerung‹ so ergreifen? In: Magazin für Litteratur, 62[1893], S. 222–223). In den folgenden Jahren erschienen das Lustspiel Tedeum (Uraufführung 14. November 1895 am Deutschen Theater) und Königskinder(Urauffüh­rung in München am 23. Januar 1897, Premiere in Berlin am Königlichen Schauspielhaus mit Paula Conrad-Schlenther als Stallmagd am 11. März 1898). Alfred Kerr stellte ihr Werk 1895 ausführlich in der Neuen Rundschau der Freien Bühne vor(Alfred Kerr: Ernst Rosmer. In: Neue Rundschau der Freien Bühne, 12[1895], S. 1241–1249), vgl. Waldemar Fromm u. a. (Hrsg.): Literaturgeschichte Münchens. Regensburg 2019, S. 324 f. 35 Vermutlich Adolph LArronge, Theaterautor und Gründer des Deutschen Theaters in Berlin, in dessen Stücken Conrad-Schlenther mehrfach mitspielte, vgl. das(unvollstän­dige) Rollenverzeichnis in Hoyer, wie Anm. 7, S.137–149. Möglicherweise ist hier aber