26 | Fontane Blätter 119| Materialien aus – dem»schönen Mann« 36 – kann ich keinen Geschmack abgewinnen, auch nicht in seinen Werken, er hat zuviel»Gewolltes«; vielleicht beeinflußt ihn noch wohlthätig, die Natur , die er sich zugelegt hat. Nun lachen Sie tüchtig die alte Frau aus, die mit warmen Grüßen ist Ihre alte Freundin E. Fontane. H: TFA: C 229 Kommentar Nach Gotthard Erlers Publikationen Dichterfrauen sind immer so (2024) 37 und Ehebriefwechsel (1998) 38 rückt Emilie Fontane immer mehr auch als Briefschreiberin in den Fokus der Fontane-Forschung. Einen ganz besonde ren Stellenwert unter ihren Briefen nehmen diejenigen an die Schauspiele rin Paula Conrad ein: An keine andere Person außerhalb der Familie sind so viele Briefe Emilie Fontanes erhalten wie an sie, und das, obwohl sie beim Einsetzen der Überlieferung weniger als halb so alt ist wie Emilie Fontane. Von den insgesamt 44 Briefen, von denen einige bereits publiziert wurden, 39 werden hier 16 bislang unveröffentlichte Briefe aus dem Bestand des Theo dor-Fontane-Archivs präsentiert, die im Zusammenhang mit der Theaterauch sein Sohn, der Bühnenautor Hans L’Arronge, gemeint. 36 Nicht ermittelt. Aus dem Umkreis der Gäste und Autoren der Freien Bühne wurden z.B. Hermann Sudermann oder Arthur Schnitzler(welcher in den 1890er-Jahren anlässlich verschiedener Inszenierungen seiner Stücke Berlin mehrfach besucht und auch Gast bei den Schlenthers ist) gelegentlich mit einer solchen Bezeichnung versehen, und Hermann Bahr publizierte 1892 eine Satire mit eben diesem Titel( Deutsche Zeitung, Wien, 30. Oktober 1892). 37 Emilie Fontane: Dichterfrauen sind immer so. Eine Autobiographie in Briefen. Hrsg. von Gotthard Erler in Zusammenarbeit mit Christine Hehle. Berlin 2024. 38 Emilie und Theodor Fontane: Der Ehebriefwechsel. 3 Bände. Hrsg. von Gotthard Erler unter Mitarbeit von Therese Erler. Berlin 1998. 39 Bei Erler, wie Anm. 37, passim. Die wichtigsten Forschungsbeiträge zu Paula ConradSchlenther und ihrer Beziehung zu den Fontanes stammen von Hoyer, wie Anm. 7, sowie: Theodor Fontane und Paula Conrad. In: Fontane Blätter 22(1975), S. 454–479. Vgl. auch die Publikation unbekannter Briefe Theodor Fontanes an Paul Schlenther in diesem Heft; erste Briefe, besonders zwischen Theodor Fontane und den Schlenthers, sind außerdem zitiert in Otto Pniower: Briefe an Otto Brahm, Paul und Paula Schlenther. In: Die neue Rundschau, Jg. 21., H. 10(Oktober 1910), S. 1371–1384 sowie Konrad Kratzsch: Theodor Fontane und Paula Conrad. Zwei bisher unveröffentlichte Briefe des Dichters aus den Beständen des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar. In: Impulse. Aufsätze, Quellen, Berichte zur deutschen Klassik u. Romantik. Berlin u. Weimar 1978, S. 260–267. Weitere Auskunft über die Korrespondenz Theodor und Martha Fontanes u. a. mit den
Heft
(1.1.2025) 119
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26
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