Heft 
(1.1.2025) 119
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32 | Fontane Blätter 119| Materialien 1. Theodor Fontane an Paul Schlenther, Berlin, 07.11.1897, Sonntag Berlin 7. Novb. 97. Potsdamerstraße 134. c. Hochgeehrter Herr. Es ist zwölf(aber nicht Spökezeit 1 der Nacht) und ich sehe Sie befrackt vor ein Jubelpaar treten oder vielleicht auch blos vor einen vereinzelten Jubel­greis. 2 Mit dem Gerücht hat es seine Richtigkeit, ja, ich bin sogar schon weiter und schreibe nicht blos dran, sondern corrigire bereits das vor Jahr und Tag Niedergeschriebene. Der Gedanke, von diesen Kapiteln noch vor dem Bucherscheinen was in Blättern drucken zu lassen, war von mir aufgegeben; Ihr freundliches Aner ­bieten stößt den Entschluß aber wieder um. 3 Es ist zweierlei was sich für den Abdruck in der Sonntagsbeilage 4 vielleicht eignen würde: 1.»Mein Leipzig lob ich mir«(drei Kapitel aus meinen Leipziger Tagen 1841 und 42.) und 2. vier Kapitel, die Fortsetzung und Schluß zu dem in seiner ersten(größe­ren) Hälfte bei Rodenberg erschienenem Tunnel-Aufsatz bilden. 5 Zwischen diesen beiden bitte ich freundlichst die Wahl treffen zu wollen. Die Leipziger Kapitel(Herwegh-Zeit) 6 können Sie gleich haben, mit den Tun­nelkapiteln, deren Korrektur ich morgen beginne, würde es sich noch 14 Tage hinziehn. 7 1 Niederdeutsch: Spukzeit. 2 Jubelpaar, Jubelgreis nicht ermittelt. 3 Fontanes Autobiographie Von Zwanzig bis Dreißig, von der 1895 bis 1898 Teile vorab­gedruckt wurden, u. a. in den Zeitschriften Pan, Deutsche Rundschau, Cosmopolis und Salon-Feuilleton. Den Abschnitt Mein Onkel August hatte Fontane bereits 1896 Maxi­milian Harden für die Zukunft zugesagt. Er erschien im November 1897 als Teil von Mein Leipzig lob ich mir in der Sonntagsbeilage der Vossischen Zeitung. Der Vertrag über die Buchausgabe wurde am 11. Januar 1898 geschlossen, sie erschien 1898 im Verlag von Fontanes Sohn F. Fontane& Co. 4 Schlenther war seit 1889 Redakteur der Sonntagsbeilage der Vossischen Zeitung. 5 Theodor Fontane: Der Tunnel über der Spree. Aus dem Berliner literarischen Leben der vierziger und fünfziger Jahre. In: Deutsche Rundschau, Berlin. Bd. 87. April 1896, S. 89–118; Bd. 87. Mai 1896, S. 214–229; Bd. 87. Juni 1896, S. 388–411. Julius Roden­berg(1831–1914) war der Herausgeber der Deutschen Rundschau. 6 Georg Herwegh(1817–1875), Vormärz-Lyriker, vgl. Mein Leipzig lob ich mir, Kapitel 4. 7 Schlenther nahm das Angebot sofort an, vgl. Fontanes Brief an Schlenther vom 14.11.1897, in: Unveröffentlichte und wenig bekannte Briefe Theodor Fontanes an Paul und Paula Schlenther. Hrsg. von Frederick Betz und Hans Ester. In: Fontane Blätter 57(1994), S. 7–47. Der Abschnitt Mein Leipzig lob ich mir erschien in drei Teilen in der Sonntags­beilage der Vossischen Zeitung Nr. 48, 28.11.1897, S. 1–2; Nr. 49, 05.12.1897, S. 1; Nr. 50, 12.12.1897, S. 1–2.