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Bd. 1 (1909) Die Natur / von G. Schwalbe ...
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und roten Früchten herauf. Das sehr bitter schmeckende Gnadenkraut, (lratiola okkieinalis, mit weißen, löwenmaulähnlichen Blüten, bildet stellenweise große Rasen. Vst massenhaft eingestreut sind die Rlappertopf-Arten, von denen der größere, ^leetoroloplius major-, am häufigsten ist, sie sind sehr ausgezeichnet durch die lebhaft gelben Blüten mit violettem Fleck aus der Oberlippe: ihren Namen haben sie von dem rasselnden Geräusch, welches die Samen zur Reifezeit in den Rapseln und dem aufgeblasenen Reich Hervorbringen; biologisch sind sie dadurch interessant, daß sie wie die folgende Gattung und auch die Wachtelweizen und Augen­trostarten einen Teil ihrer Nahrung aus den Wurzeln anderer Pflanzen heraus-

Fig. ss. Oraliola okücinalis, Gnadenkraut, Fig. Z7. ?mguiculs vulgaris, Fettkraut.

Aopfoben-Koxfunten.

saugen, also Halbschmarotzer sind. Von Läusekrautarten ist l'oäicmlaris palustris mit den feinzerteilten Blättern und den purpurnen Blüten die häufigste. Tine sehr- interessante Pflanze ist auch das Fettkraut, lNnAuieula vulgaris, eine niedrige, vor­zugsweise an den kahlen Stellen der Grabenränder wachsende Pflanze, mit einer Rosette hellgrüner, etwas eingerollter, drüsig schleimiger Blätter, an denen sich In­sekten fangen; die Blüten sind etwas veilchenähnlich. Das Rraut wächst z. B. in Norwegen häufig und wird dort in die Milch getan, um sie gerinnen zu lassen. Sehr zierlich sind die Sumpf-Labkrautarten, Oalium ulchiuosum und O. palnsrro, ersterer mit zu sechs bis acht, letzterer mit zu vier im ^uirl stehenden Blättern. Der große Baldrian, Valeriana okkieinalis, mit seinen gefiederten Blättern findet sich oft in Menge.