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daß sie die Steinchen vertreten, die man bei Aörnerfressern findet. Die Federn werden nach und nach zu einem grauen Pulver zerrieben. Verhältnismäßig gering ist die Menge der daneben gefundenen Nahrung; sie besteht beim haubensteißfuß oder Haubentaucher vorwiegend aus Insekten; der rothalsige und der Zwergsteißfuß nehmen aber auch Fische, und zwar bedeutend mehr, als die vorhergenannte Art.
Lin Tharaktervogel vieler märkischer Seen ist der Höckerschwan olor).
Wild kam er noch im 18. Jahrhundert auf dem Neckersee vor; halbwild, sich mehr oder minder der Aufsicht des Menschen unterwerfend, im Winter von ihm gepflegt, findet er sich auf den Havelseen und in der Spree, zumal westlich von Berlin. Auch anderwärts wird er gehalten. Verflogene Exemplare trifft man auf vielen Seen, wo sie öfter auch nisten. Auf dem Lindower See soll sich als Wintergast auch der Singschwan (6/ANU8 wnsieus) bisweilen einfinden.
Die beiden gemeinen Wildgänse sind in der Provinz b^annt. Die Graugans (^.U86r einerens — kern«) nistet an einzelnen größeren Seen (Gülpsee), während sie vom Plagesee in der neueren Zeit sich zurückgezogen hat. Die Saatgans (^.usor 86§«tum) oder Wildgans ist als Winter- und Durchzugsvogel viel beobachtet. Bei Eüstrin soll sie sich in der kalten Jahreszeit in großen Scharen einfinden.
Das Bild der größeren märkischen Seen sowie jenes der großen Flußläufe wird durch Seeschwalben außerordentlich belebt. Der Körper dieser infolge ihrer langen Schwingen so groß aussehenden Vögel hat kaum den Umfang jenes der Drosseln. Gewandt und unermüdlich durchfliegen sie die Luft und erheben ein lautes 'Klagegeschrei, wenn es einem Schützen gelingen sollte, eine der ihrigen zu flügeln. Als ob sie ihr helfen wollten, umkreisen sie jene, die nun auf dem Wasser umherrudert. Die Flußschwalbe (Kttzrua lliruncko) ist z. B. auf den großen Seen des Ehoriner Reviers Sommer- und Brutvogel, ebenso am Schwiebusersee; auch die schwarze Seeschwalbe (B^lli-oodeliäou nigra) ist im ganzen Gebiet verteilt brütend beobachtet (Oderbruch, Uckermark, Eöpenick, Marwitz). Die Zwergseeschwalbe (Stsrna ininnta), welche die Seen zu meiden scheint, ist an Havel und Oder beobachtet. Auch die Lachmöwe (Karu8 rlckibunclns) belebt das Bild mancher Seen, obgleich sie im allgemeinen an den großen Strömen wie Elbe, Oder und Havel häufiger beobachtet wird. Ihrer Tätigkeit auf dem Felde wurde bereits gedacht.
Von den Enten ist die häufigste die Stockente (^.nrm boscbach, ihr reihen sich an die kleine Krickente (-Viia8 erecea) mit prachtvoll metallisch grünem Flügelspiegel und die ebenso zierliche Knäckente iIna» yuerqusäula) mit mattgraublauem Spiegel. Auch die lang- und spitzschwänzige Spießente (^.ua8 acuta), sowie die breitschnäbelige Löffelente stXmi8 rtvpoata) sind nicht sehr selten. Alle übrigen Schwimmenten sind nur vereinzelt beobachtet. Aus der Zahl der zweiten Entengruppe, der Tauchenten, ist die herrliche Schellente (Ikulchula clausula) mit ihrem hellklingenden Flugton, Brutvogel auf den um die Schorfheide gelegenen Seen. Auch die Brandente (Dulchula n vi'oca) ist in der Mark heimisch (Seen bei Brandenburg), desgl. die Schnatterente (^.uas strepova), welche in der Niederlausitz und bei Rathenow brütet.
Im Rohr und Schilf, an schwer zugänglicher Stelle, nistet die Rohrdommel