Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Die Natur / von G. Schwalbe ...
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Fig. 25 . Kiefernzapfen vom Großen Buntspecht zerhackt.

Natürliche Größe.

schallen, und der Schwarzspecht ist weit verbreiteter, als gewöhnlich angenommen wird. 5ie alle sind Höhlenbrüter und legen in ihren selbstgezimmerten Höhlen gedrungene glänzendweiße Lier. Die Spechte nähren sich von Insekten und Sämereien, Kiefern-

und Fichtenzapfen werden von dem großen Buntspecht (?. mafor) in Astgabeln oder Rin­denritze eingeklemmt. AN kräftigen Schnabel- Hieben zerhackt er die Schuppen und verzehrt die Samen. Oft findet man unter einer Kiefer Hunderte ausgefressener Zapfen, denn eine be­queme Stelle zum festen Einklemmen derselben wird immer wieder benutzt, dabei nutzen sich die Ränder des Spaltes ab, und etwas weiter unten wird der Zapfen eingeklemmt, so daß eine der­artigeSpechtschmiede" 2030 em lang sein kann. Oft befindet sie sich im Wipfel, häufig kann man sie aber auch an tieferen Teilen des Stam ­mes bei einiger Aufmerksamkeit finden.

Außer Nadelholzsamen nimmt der Bunt­specht wie alle anderen Arten die am Stamme sitzenden Insekten und Spinnen und weiß die unter der Rinde lebenden Larven der Borkenkäfer zu finden, während der Schwarzspecht (?. Mar­tins) mit weit kräftigeren Hieben mit Vorliebe die im Holze versteckten fetten Bockkäferlarven so weit freigelegt, daß er sie mit seiner klebrigen, Widerhaken tragenden Zunge hervorholen kann.

Alan hat die Spechte als die Retter des Waldes vor Insektengefahren bezeichnet, ebenso wie den Kuckuck und bedenkt nicht, daß auch sie nur Glieder der Lebensgemeinschaft des Waldes sind, zu deren Erhaltung sie beitragen nicht mehr. Dasselbe gilt von der munteren Schar der Weisen. Scharen bilden sie nur im Herbst und Winter, dann sind sie oft mehrere Arten friedlich zusammen, im Sommer leben sie einzeln, dichter gedrängt dort, wo die in letzter Zeit vielfach im Walde ausgehänlgten Nistkästen sie zu fesseln vermögen. Die Arten sind: Kohlmeise skarus masor), Tannenmeisc H'- ater), Sumpfmeise fl?. palustris), Haubenmeise eristatus), Blaumeise (?. ooeruieus) und Schwanzmeise W. eauäatns). Von Raubvögeln ist neben dem Sper­ber h^stur uisus), dem Waldkauz sStrix aluoo),

Lig. 2S. Zunge des Schwarzspechtes (links) und jene des Grünspechtes (rechts).

Natürliche Größe.

a und i> Widerhaken der Zungenspitze, c Gelenk, cck rückwärts gerichtete feine Häkchen auf der ganzen (Ober­fläche^ ck ÜZuerfalten, s Luftröhre, F Kehlkopfsxalte, /r Jungenbeinhörner.