Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Die Natur / von G. Schwalbe ...
Entstehung
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Lidechse ist die Zauneidechse (Auecrtu uZilis). Die Grundfarbe des Rückens ist graubraun oder grün, meist mit in Längszügen geordneten schwarzen Flecken; braun von Farbe sind der Scheitel, ein Streifen mitten auf dem Rücken und der Schwanz. Die Bauchseite ist gelblich oder grünlich mit kleinen schwarzen Flecken oder Punkten. Sie erreicht eine Länge von s3(6, seltener bis 2s,3 cm. Auch die kupferrote Varietät hat man in der Mark gefunden. Die Merkmale zur Bestimmung der Arten sind in den Schildern auf dem Gberkopfe und an den Mundspalten zu suchen. Doch läßt sich die zweite, auf sonnigen Waldblösen häufige, zierliche Art unserer Provinz, die Waldeidechse (I-. vivtpuru), von der vorigen daran leicht erkennen, daß sie am Rücken holzbraun gefärbt ist und zwar in derartiger Abstufung, daß eine Mitten- und zwei Seitenzonen entstehen, in welchen dunkle und weißliche Flecken liegen; das Männchen ist am Bauch safrangelb, schwarz gesprenkelt, das Weibchen weißlich, nicht gesprenkelt. Der Schwanz ist wenig länger als der übrige Aörper und in seiner Wurzelhälfte fast gleich dick. Zm Gegensatz zu den anderen Lidechsen, welche Lier legen ist, A. vivipuru lebendig gebärend.

Die in den Weinbergen am Rhein häufige Mauereidechse sch. muralis) soll auch in der Mark gefunden worden sein, so s865 bei Schöneberg-Berlin. Doch liegt eine neuere Bestätigung ihres Vorkommens nicht vor.

Line im warmen Süden heimische Art, die früher wohl ein weiteres Ver­breitungsgebiet hatte, hält sich trotz vielerlei Nachstellungen und der durch die Aultur­fortschritte bedingten schwierigen Verhältnisse an einigen (Orten der Mark, freilich nicht im Walde, sondern auf warmen (sängen. Ls ist die große oder grüne Lidechse (1^. virickis). Bei einer Gesamtlänge von 40 cm zeichnet sie sich durch ihre leuchtend grüne, meist fleckenlose Färbung aus; doch sei bemerkt, daß es auch braune Lremplare gibt. Mittel- und Südeuropa ist ihre Heimat. Berühmt war seit langem ihr Vor­kommen auf den Rüdersdorfer Aalkbergen, wo sie wahrscheinlich inzwischen nahezu ausgerottet worden ist. Ferner ist sie nachgewiesen an den warmen hängen des (Odertales bei (Oderberg und Liepe und bei Brodowin, sowie bei Teupitz und auf dem torfigen Vorlande des großen Lebersees.

Die wirbellosen Tiere des IValdes.

Der märkische Wald ist kein Urwald, sondern ein Wirtschaftswald, in dem die Wirbellosen z. T. eine große Rolle spielen. Deshalb scheint es gerechtfertigt, sie in wirtschaftlich bedeutungsvolle und wirtschaftlich bedeutungslose Tiere einzu­teilen.

Die letzteren nennt man bedeutungslos, weil man über ihre Lebensweise nichts weiß, und täuscht sich mit jener Bezeichnung über die eigene Unkenntnis leicht hinaus.

Zu ihnen gehören die zahlreichen Schnecken des Waldes: die zierlichen, in der Laubdecke versteckten kleinen Schnirkelschnecken (Nelix), die an Laubhölzern, zumal Buchen emporkletternden, langgestreckte Gehäuse tragenden Schließmundschnecken (Oluumtm) und mancherlei Nacktschnecken. Unter letzteren seien genannt die Egel­schnecke (lämux muximus oder cinerco-nixcv), die entweder ganz schwarz ge-