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kratzten, Erde oft nur 25—20 Sekunden, zu dem Abkratzen selbst verschieden lange Zeit, je nach der Festigkeit des Bodens; auch hält sie häufig bei der Arbeit an, so oft sie etwas Genießbares, eine Wurzel, einen nicht ganz zersetzten organischen Körper, ein bezwingbares Tier antrifft. Sitzt der Gegenstand fest, so wird er ohne weiteres gefressen; sitzt er lose oder sucht er zu entkommen, so wird er mit den Oberkiefern und den Krallen der letzten Fußglieder sestgehalten. Die angegriffenen Tiere werden nicht erst getötet, sondern trotz allen Sträubens bei lebendigem Leibe angefressen. Bis die Beute vollständig aufgefressen ist, bleibt der Engerling unbeweglich liegen, entweder auf dem Rücken oder auf dem Bauch. Der Hinterleib ist dabei stets fest aufgestützt und der Vorderkörper frei beweglich. Wurzeln, welche annähernd senkrecht nach unten gehen, werden in der Regel von unten nach oben abgefressen; der Engerling pflegt dabei auf dem Rücken zu liegen; doch kommt auch das umgekehrt vor. Vermag er den oberirdischen Teil der Pflanze hereinzuziehen, so tut er dies und verzehrt ihn, wenn er ihm schmackhaft ist. Buchenkeimlinge wurden bei den Versuchen, bei welchem die Engerlinge zwischen zwei in passendem Abstande stehenden Glasplatten eingezwingert waren, bis an die Keimblätter hereingezogen und gefressen; Akaiskeimlinge und Haferpflänzchen wurden fast ganz in den Boden gezogen und verzehrt.
Der Walker Woch'pdzIIn kullo) ein Bewohner des armen Sandbodens, mußte sstOZ in Lietzegöricke gesammelt werden. In den siebziger Jahren trat er in Thorin sehr verderblich auf, wo seine Larven bis 2 ern starke Wurzeln der Birke und Akazie durchnagten. Kahlfraß des Käfers an Eichen beobachtete man bei Strausberg.
Die spanische Fliege vesicntoi-in) trat I H02 in Rüdersdorf auf; der
grüne Prachtkäfer (^rilns viridis) in demselben Jahre in Zinna; die von ihm befallenen jungen Birken mußten abgeschnitten werden. Sitones binnulus befraß f H02 in Neuendorf Akaziensämlinge; ich fand ihn früher in Akazienkulturen nahe am Gamensee, bei Thorin und bei Eberswalde.
Einer der ärgsten Schädlinge ist der große braune Rüsselkäfer (DIlobius adletis). Lr befrißt nämlich die Rinde junger Kiefern so stark, daß diese eingehen. Die Larre lebt, ohne schädlich zu sein, in den toten im Boden verbleibenden Wurzeln gefällter Kiefern. Da der große braune Rüsselkäfer nicht zu denjenigen Rüßlern gehört, die sich durch verwachsene Flügeldecken, sowie den Mangel an Anterflügeln und die damit verbundene Flugunfähigkeit auszeichnen, so muß es im ersten Augenblick auffallen, däß man Gräben zu ziehen gelernt hat, aus welchen sich dieser Schädling — ist er einmal hineingeraten — sich nicht wieder herausarbeiten kann. Den schwärmenden Käfer findet man im ersten Frühjahr, sowie im Juli oder August, sonst nicht. Im Frühling fliegen die Tiere, welche sich über Winter in Verstecken am Boden aufgehalten haben, und sucken solche Orte auf, wo sie Nahrung finden, nämlich die Rinde junger Kiefern und Fichten, sowie solche Stellen, an denen sie ihre Eier ablegen können, das sind tote oder absterbende Wurzeln der genannten Nadelhölzer. Im Sommer schwärmen die jungen Exemplare, welche nach langem Larven- und Puppenleben in der Wurzel die Verwandlung bestanden haben und nun als Käfer sich in die Luft erheben. Im übrigen fliegt der Käfer