Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Die Natur / von G. Schwalbe ...
Entstehung
Seite
369
Einzelbild herunterladen

369

niemals, sondern wandert zu Fuße, und dabei stürzt er in dieRüsselkäfergräben", welche ein Spatenstich breit und tief alle vor ihm zu schützenden Kulturflächen umgeben wohlgemerkt in der Ebene also überall in der Nlark, nicht im Gebirge, da sich dort das Ziehen von Gräben aus den verschiedensten Gründen verbietet. Um die Käfer zu fangen, welche sich auf der Kultur befanden als die Gräben gezogen wurden, sowie jene, welche die Gräben überflogen, legt man frische, dünn- berindete Kiefernkloben aus, deren harzduftende Rinde sie gerne benagen. Sie finden sich zu diesem Zweck unter den Fanghölzern ein und werden gesammelt und verbrüht. Zahraus, jahrein werden diese Bekämpfungsmaßregeln in allen Revieren durchgeführt. Wan verausgabte im Reg.-Bez. Potsdam 190H: 13 523 UV., 1905: 17971 UV.; im Reg.-Bez. Frankfurt 190-1: 13 126 UV., 1905: 15 078 UV. Die gesamten Sammelkosten in preußischen Staatsforsten betrugen 19 OH: 1^38-15 Ulk., 1905: 175 63-s UV.

Nicht minder bedeutend waren die Kosten für die Bekämpfung des Kiefern­jungholzrüsselkäfers (kissockes natürlich. Sie geschieht durch Ausreißen der von den Larven besetzten jungen Pflanzen. Die Ausgaben betrugen im Bezirk Potsdam 1902: 2087UV, ichOZ: 3296UV; im Bezirk Frankfurt » 902 : 8716UV., 1903: 9142UV.; in den gesamten Staatsforsten 1902: 59 691 UV, 1903: 52 260 UV

Ulan nennt diesen Käfer den Kiesernjunqholzrüfselkäfer, weil er ausschließlick- Kiefern von 210 Zähren, meist aber 36 jährige, befällt. Er legt seine Eier in Häufchen von 1020 Stück in einer kleinen meist nahe einem Astquirl genagten Grube ab. Die jungen Larven nagen zwischen Rinde und Splint schmal beginnende Gänge, die entsprechend ihrer zunehmenden Körpergröße breiter und tiefer werden und verpuppen sich in einer ovalen, in das Holz eingreifenden Nische, derPuppenwiege", welche von einer festen, aus den abgenagten Holzteilchen be­stellenden Decke gebildet wird. Der durch ein kreisrundes Flugloch hervorkommende etwa 9 mw lange Käfer ist braun von Farbe und trägt auf den fein längsgefurchten Flügeldecken zwei bunte, aus gelben und weißen Härchen gebildete Binden.

Es ist von mir durch jahrelange Versuche festgestellt worden, daß kmsoües notatu 8 nie gesunde Pflanzen befällt, sondern nur kranke, weshalb besonderer N)ert auf die Anzucht gesunder, nicht vomSchütte"-Pilz befallener Kulturen zu legen ist.

Ein naher Verwandter des I'- notntrm, der Kiefernstangenholzrüssel­käfer st', pinipdiinch, haust als Larve in den oberen Stammteilen der Kiefer. Seine Larvengänge, welche ebenfalls zu einer mit holznagsel festverstopftenPuppen­wiege" führen, sind an dem im Walde aufgesetzten Brennbolz sehr oft zu beobachten. Sie untersckmden sich dadurch von jenen der vorgenannteil Art, daß sie weil die Eier meist einzeln abgelegt werden nicht genau an einer Stelle beginnen. Auf dem mehr Platz gewährenden dickeren Stamm sind die einzelnen Gänge, wenn die Rinde losgelöst wird, besser zu verfolgen als die dichtgedrängten Fraßgänge der vorigen Art. häufig, z. B. an Weymouthskiefern, geht er zur Verpuppung tiefer in das Holz, doch fertigt er auch mit Nagespänen bedeckte Puppenwiegen wie I'l880ä68 nokutus. Er ist kleiner wie dieser und trägt nicht zwei Binden, sondern nur einen gelben Fleck aus jeder Flügeldecke.

Vrandenburgische Landeskunde. 2-1-