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Seltener ist der düstergefärbte größere Kiefernaltholz-Rüsselkäser, der an stärkeren Kiefern meist in der Längsrichtung des Stammes seine Gänge fertigt. Eine andere Art derselben Käfergruppe W. vulicliroskris) lebt als Larve in den jungen noch kleinen grünen Kiefernzapfen und ist an solchen in den kusseligen Beständen der Mark leicht nachzuweisen.
Der Waldgärtner oder Kiefernmarkkäfer (Hz-temuus piuipsräa) ist einer der verbreitetsten und häufigsten Borkenkäfer der Kiefer.
Wenn uns die ersten warmen Märztage hinaus in den Wald locken, Leberblümchen und Anemonen der sich sofort regenden Sammelwut von jung und alt zum Opfer fallen, dann sind viele im Winter geschlagene Kiefernstämme noch nicht abgefahren. Bei genauer Betrachtung derselben zeigen sich aus der Rinde kleine Häufchen weißlichen und bräunlichen Bohrmehls, welche von den sich einbohrenden Käfern aus dem Gange herausgeschafft werden. Unter der Rinde entwickelt sich aus den von den Käfern abgelegten Eiern die junge Brut, welche nach bestandener Verwandlung die Rinde des immer noch nicht abgefahrenen Stammes verläßt. Die jungen Käser fliegen in die Wipfel der Kiefern, jeder bohrt sich in einem Trieb ein, frißt ihn aus, und der schwerbenadelte nun haltlose Zweig wird vom Sturm abgebrochen. Die Kiefern haben entweder die Horm der nach französischer Art beschnittenen Gartenfträucher — weshalb Ratzeburg den Käfer „Waldgärtner" nannte — oder starren mit langen zweiglosen Asten in die Luft. Aus den Zweigen begibt sich der Käfer zur Winterruhe an die untersten Teile der Kiefernstämme, wo er sich in die Rinde einbohrt und daselbst in größerer Zahl vereinigt gesunden werden kann.
Die vorher beschriebenen Gänge der Dmsoätzs-Arten unterscheiden sich wesentlich von den Gängen der Borkenkäfer, zu welchen der eben besprochene Waldgärtner gehört. Die ersteren werden ausschließlich von den Larven gefressen, während der Kiefernmarkkäfer sich ganz in die Rinde einfrißt und an der Grenze zwischen dieser und dem Splint einen anfangs schief eindringenden, später senkrecht nach oben führenden tO—sö ein langen Gang fertigt, von einer seinem Körperumsang entsprechenden Breite. Zu beiden Seiten dieses Ganges werden kleine Grübchen zur Ausnahme der weißen Eier genagt. Damit ist die Nagetätigkeit des Mutterkäfers beendet. Die den Eiern entschlüpfenden Larven fressen schmal beginnende, breiter werdende Gänge, die rechtwinkelig vom Muttergange ausgehen, sich später aber unter möglichster Ausnutzung des Platzes auch nach oben und unten wenden. Die verpuppungsreife Larve frißt sich in die Rinde ein und nagt dort die Puppen- wiege. Der junge Käfer bohrt sich nach außen durch, indem er das Flugloch fertigt. Gesunde Stämme werden von den Käfern zur Eiablage nicht beflogen, wohl aber solche Stämme, die in ihrem Gesundheitszustände erschüttert sind, sei es, daß sie durch Sturm oder an den Wurzeln wuchernde Pilze oder durch Rauch beschädigt sind, sei es, daß sie im Winter eingeschlagen wurden. An derartigen liegenden Stämmen fanden wir zuerst die Häutchen des ausgestoßenen Bohrmehls. Sind die Stämme noch nicht in dem Grade erkrankt, daß sie dem Angriff der Käfer- machtlos gegenüberstehen, so tritt aus der Wunde Haxz aus, welches am Rande