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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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ACC.

bey zugleich aufdecke. Da es nun aus den Ae ten und dem über das berüchtigte Geſpraͤch aufs genommenen Protocoll nicht erhellet, daß L. und J ſich dabey einander zugleich eine, hundert Ellen lange Ohrenbeichte uber alle ihre etwanigen bes gangenen Jugendſtreiche gegenſeitig abgehdret, und alle ihre etwanigen groöͤſſeren und kleineren Pu­dels, die ſie in ihrem ganzen Leben bis hieher ge­ſchoſſen haben mogten, zugleich mit gemeinſchaft­lichen Handen dabey anatomirt hätten; fo ſchließt M. daraus, daß ihre Unterredung über eine meta­phyſiſche Sperculation, wenigſtens von Seiten Leſ­ſings, nicht aufrichtig geweſen ſeyn koͤnne. An einem andern Orte will er uns glaubend machen: . habe die beſondere Gewohnheit gehabt, oft ganz ze falſche Saͤtze mit Fleiß aus Scherz zu verthei­digen; ohngeachtet Jeder, der C. gekannt hat, es weiß, daß. dieſe Gewohnheit nicht mehr und nicht weniger an ſich hatte, als wie ſie jeder auf­geweclte Kopf, und ich kann ſagen, jeder Menſch, nach dem Maaß ſeiner Gaben, zuweilen in lau­nigten Augenblicken und bey ſcherzhaften Gelegen­heiten an ſich zeigt. Auch Jacobi muß ſich Gchmeicheleyen, bald Grobheiten vorſagen D 4 laſſen.