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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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Nicht nur ſoll Gott dem Moſes alles, was in den fünf Büchern aufgezeichnet zu finden iſt, unmittel­bahr ſelbſt mit der allerpuͤnctlichſten Genauigkeit in die Feder dietirt haben; dergeſtalt, daß auch nicht die Form eines einzigen Buchſtabens, kein einziger Punet, nicht das kleinſte Unterſcheidungs­zeichen c. der Willkuhr des Moſes dabey uͤber­laſſen geblieben ſey; ja auch ſelbſt das lezte vier und dreyßigſte Capitel des fünften Buches, worin des Moſes Tod und die vom Volke daruͤ­ber getragene Trauer erzehlet wird, nicht aus­geſchloſſen: ſondern, Moſes habe alle dieſe fuͤnf Buͤcher auch mit ſeinen Traͤhnen ge­ſchrieben! Das heißt nicht: Moſes habe waͤh­rend der ganzen Zeit, die er mit Aufſchreibung ſei­ner fünf Bücher zugebracht, ſchlechtweg geweinet; nein, dieſer Unſinn wäre noch ertraͤglich: ſon­dern, die weitlauftig und mit deutlich beſtimmten Worten vom Mendelſohn aufgeſtellete und als Wahrheit behauptete Meynung des Talmudiſten geht ausdrücklich dahin:daß die Traͤhnen, welche Moſes geweinet, die Tinte gewe­fen wären, worin er feine Feder getaucht und mit der er feine fünf Buͤcher aufgeſchrie­ben habe! 64 Was