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„Nicht nur ſoll Gott dem Moſes alles, was in den fünf Büchern aufgezeichnet zu finden iſt, unmittelbahr ſelbſt mit der allerpuͤnctlichſten Genauigkeit in die Feder dietirt haben; dergeſtalt, daß auch nicht die Form eines einzigen Buchſtabens, kein einziger Punet, nicht das kleinſte Unterſcheidungszeichen c. der Willkuhr des Moſes dabey uͤberlaſſen geblieben ſey; ja auch ſelbſt das lezte vier und dreyßigſte Capitel des fünften Buches, worin des Moſes Tod und die vom Volke daruͤber getragene Trauer erzehlet wird, nicht ausgeſchloſſen:— ſondern, Moſes habe alle dieſe fuͤnf Buͤcher auch mit ſeinen Traͤhnen geſchrieben! Das heißt nicht: Moſes habe waͤhrend der ganzen Zeit, die er mit Aufſchreibung ſeiner fünf Bücher zugebracht, ſchlechtweg geweinet; nein, dieſer Unſinn wäre noch ertraͤglich:— ſondern, die weitlauftig und mit deutlich beſtimmten Worten vom Mendelſohn aufgeſtellete und als Wahrheit behauptete Meynung des Talmudiſten geht ausdrücklich dahin:„daß die Traͤhnen, „welche Moſes geweinet, die Tinte gewe„fen wären, worin er feine Feder getaucht „und mit der er feine fünf Buͤcher aufgeſchrieben habe!“ 64 Was