Druckschrift 
Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen

‚DC 75

anf und nahmen in der Folge dieſe leztere auch mit mehrerem Beyfall auf. M. ſchrieb alſo, um feiner Ueberſetzug fortzuhelfen, jene Vorrede hinterher, und ſuchte ſich darin den QOrthodoxen als einen ehrlichen Huldiger aller, auch der albernſten Behauptungen der Talmudiſten anzuheucheln; wie­wol er auch dadurch ſeine Abſicht nicht erreichte. Dis Betragen ſezte den M. in den Augen der Beſ­ſerdenkenden aus der jůdiſchen Nation vollends fo herunter, und war ihnen ſo aͤrgerlich, daß viele von ihnen entſchloſſen waren, ſelbſt, eine deutſche Ueberſetzung dieſer Mendelſohnſche Vor­rede zu verauſtalten, um das chriſtliche Publicum es ſehen zu laſſen: wes Geiſteskind der Mendel­ſohn ſey! und wie wenig Ueberwindung es ihm koſte, ſelbſt die Dummheit und den Aberglauben unter feinen Glaubensgenoſſen zu befördern; ſo­bald ihre Aufklaͤrung mit einem Finanzprojeete bey ihm in Colliſiyn komme.

Ueber­

D Anm. Mendelſ. wolte ſich auch nie mit dieſer Vorrede breit machen, oder ſie unter den Chriſten bekannt werden laſ­ſen. Ein noch in Berlin lebender Gelehrter, der von ihrem Da­ſeyn blos gehört hatte, ſie aber in ihrer Sprache nicht ſelbſt leſen konnte quch von ihrem eigentlichen Inhalte niehts wußte frug den M. einsmals nach dem Inhalte derſelben und äuß erte zugleich den Wunſch, daß M. ihre Ueberſe zung ins ten