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Ueberhaupt kann man ſagen, daß, wenn man von einigen wenigen Juden, die ſich gutwillig von ihm leiten lieſſen, abſiehet; im übrigen aber die herrſchenden Urtheile, welche unter den Juden über den M. ſtattgefunden haben, immer viel richtiger, unbefangener und treffender geweſen ſind; als die Urtheile der Chriſten uͤber ihn. Jene lieſſen ihm das Gute, was er hatte:(denn ein jeder Menſch hat ſein Gutes ʒ aber ſie waren auch nicht gegen feine Fehler blind. Und, hätte ihnen nur nicht, um der druckvollen Lage willen, in der ihre Nation überhaupt ſeufzt, das blinde Vorurtheil
der Chriſten für den Mendelſohn, noch etwas werth geſchienen; ſo wurden ſie gewiß dieſes Vorurtheils weniger geſchont, und der Wahrheit freyer das Wort geredet haben.
Schließlich will ich nur noch ſagen, daß, ſo wie der Leſer meine obige Auteinanderſetzung der verſchiedenen Lagen, in welchen ſich M. in Ab= ſicht auf die Ceßingſche Sache, von 1783 an
bis ſche veranſtalten mögte. M. ſuchte ſich aber mit der kurzen Antwort aus der Affaire zu ziehen:„Sie enthalte gar nichts vbeſonders, das einer ueberſetzung werth wäre; ſondern er habe darin nur den ſchwächeren Inden eine kleine Anleitung zum Denken gegeben, über die die Ctzriſten länaſt hinweg wären.®